Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat sich festgelegt: Die Aufsicht über das Finanzsystem in Deutschland soll neu organisiert werden. Es brauche eine "Finanzaufsicht aus einem Guss", hat der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Leo Dautzenberg, als Ziel vorgegeben. An diesem Sonntag und Montag berät er mit den anderen Finanzexperten seiner Fraktion bei einem Treffen über das Thema.
Wie die neue Aufsichtsstruktur aussehen soll, ist aber noch offen. Im Koalitionsvertrag ist zwar festgehalten, dass die Bankenaufsicht bei der Bundesbank gebündelt werden soll. Derzeit teilt sie sich diese mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Unklar ist aber die genaue Umsetzung. In Berlin gibt es sogar Stimmen, die Bankenaufsicht in einer neuen Institution und nicht bei der Bundesbank zu konzentrieren. Hintergrund ist auch die Debatte um die Unabhängigkeit der Bundesbank.
Zudem ist die Frage, was mit der Versicherungs- und Wertpapieraufsicht passiert, die derzeit bei der BaFin liegt. Die Bundesbank würde laut einem Sechs-Punkte-Papier von Anfang Oktober gern auch die Versicherer als wichtige Finanzakteure kontrollieren. Dagegen solle das eher verbrauchernahe Thema der Wertpapieraufsicht bei der BaFin bleiben. Die Versicherer aber laufen Sturm gegen diesen Vorschlag.
International wird gemeinsam die Stoßrichtung verfolgt, die Notenbanken an der Regulierung und Aufsicht stärker zu beteiligen. Doch haben sich in den einzelnen Ländern sehr unterschiedliche Systeme etabliert.
Wir stellen eine Auswahl der interessantesten Modelle vor - und erläutert einige der wichtigsten Vor- und Nachteile.
Frankreich - Ende der Behördenvielfalt
Niederlande - Es lebe die Doppelspitze
Großbritannien - Back to the Roots
















