Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit einer Wirtschaftsdelegation nach Algerien gereist. Die deutschen Unternehmen wollen in den nordafrikanischen Land Öl und Gas fördern, die Infrastruktur aufbauen. Merkel versucht, für sie zu werben. Algerischen Zeitungen zufolge fährt sich dabei im wahrsten Sinne des Worte scharfe Geschütze auf: Merkel stellt im Gegenzug zu einer Zusammenarbeit im Energiebereich Rüstungsmaterial in Aussicht.
130 Meter lange Kriegsschiffe, mit deren Hilfe sowohl Wasser als auch Luftraum gut zu überwachen sind, biete die Kanzlerin den Algeriern an, heißt es in der Presse. Zudem wollten die Deutschen Überwachungstechnologie für den Schutz der langen Wüsten- wie Wassergrenzen verkaufen. Auch über Militärflugzeuge und -fahrzeuge werde verhandelt.
Deutsche Unternehmen haben gute Gründe, sich um Algerien zu bemühen: Im Land befinden sich mehr als 50 Prozent aller Gasreserven in der gesamten Mittelmeerregion. In Zeiten immer höherer Energiepreise und knapper Ressourcen eine gute Chance auf mehr Unabhängigkeit von Lieferanten wie Russland - und auf viel Geld. Die Regierung Algeriens vergibt derzeit Lizenzen für Öl- und Gasförderungen. Die Delegationen anderer Länder geben sich entsprechend die Klinke in die Hand.
Während ihes Aufenthaltes plant die Bundeskanzlerin außerdem, mit Präsident Abdelaziz Bouteflika und Premierminister Ahmed Ouyahia darüber zu reden, wie gegen illegale Einwanderung und Terrorismus vorgegangen werden könne.
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