Speziell der liberale Flügel der CDU kann sich freuen, mit den Grünen nun einen dritten möglichen Koalitionspartner neben FDP und SPD gefunden zu haben. Dies braucht nicht unbedingt schon nächstes Jahr zu einer entsprechenden Bundesregierung führen, doch in anderen Bundesländern sind schon bald weitere ökologisch-konservative Bündnisse denkbar.
Dass RWE, Eon und Co. keineswegs begeistert sind über die neue Koalition, liegt auf der Hand – wenn es zur Regel wird, dass die CDU neue Kraftwerkprojekte für das Wohlwollen der Grünen opfert, brauchen sie Neubauten überhaupt nicht mehr planen. Immerhin wird eine grüne Senatorin entscheiden, ob das geplante neue Kohlekraftwerk Moorburg gebaut wird – das Ergebnis ist absehbar.
Die große Frage wird allerdings sein, ob speziell der mögliche Baustopp für Moorburg ökologisch kontraproduktiv wirken wird: Investor Vattenfall will in einem Großversuch ausprobieren, das emittierte CO2 abzuscheiden und dann in früheren Gas- oder Ölfeldern unterzubringen. Würde dies gelingen, wäre das ein Vorzeigeprojekt für viele andere Kraftwerke in der Welt, und könnte damit als Technologie mehr CO2 einsparen als selbst ein extrem ambitionierter Ausbau der Solartechnik. Gerade um China zu einer klimafreundlicheren Politik zu bewegen, wäre das Projekt ein interessantes Vorbild.
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