Das war langfristig auch zu erwarten. Wenn man sich das Budget für die Waffenrüstung (ca 700 Mrd.) und dann die Bildung , Justiz und Gesundheit(alles zusammen ca. 160 Mrd.) anschaut, dann kommt man nur auf eine Idee "Die Amis sind nicht ganz gesund im Kopf!".
Was will man mit einer ungebildeter Gesellschaft ohne Zugang zur medizinischen Versorgung und mit fast erblindeter Justiz?. Dazu kommt die krankhafte Angst vor selbst geschaffenen Terroristen und Landsleuten, die wegen einer Kleinigkeit eine Waffe ziehen können. In so einem Land möchte kein normaler Mensch leben.
Dieser derbe Witz kursierte vor dem Auftritt des US-Präsidenten beim G8-Gipfel im Ostseebad Heiligendamm im Internet: George Bush ist ratlos. Eine Briefmarke mit seinem Konterfei ist im Umlauf, doch die Amerikaner kleben sie nicht auf ihre Post. Der Präsident wähnt ein technisches Problem mit der Klebefläche als Ursache und setzt einen Spezialisten an. Der berichtet: "Die Marken funktionieren einwandfrei – aber die Leute spucken immer auf die falsche Seite." So unappetitlich dieser Scherz ist, er spiegelt in übersteigerter Form die Grundstimmung nach sechseinhalb Jahren Bush-Regierung wider. 18 Monate vor Amtsende ist der Präsident im Volk unbeliebt, hat im Ausland einen schlechten Ruf und selbst viele Parteifreunde halten seine Zeit für abgelaufen.
Was für das Staatsoberhaupt gilt, befürchtet eine wachsende Zahl von Experten jetzt auch für die ganze Volkswirtschaft: Amerika – über mehr als ein Jahrzehnt hinweg das unangefochtene globale Zugpferd – droht der schleichende ökonomische Abstieg. Das Land hinkt neuerdings beim Wachstum mit Raten von zwei Prozent und weniger hinter Europa und Japan her, von den neuen Stars China, Russland und Indien ganz zu schweigen. Und die Entwicklung ist mehr als nur eine Momentaufnahme: Die Zeichen mehren sich, dass nach den guten Jahren jetzt bescheidenere Zeiten anbrechen. So, wie es in der Vergangenheit schon anderen Erfolgsnationen widerfahren ist – etwa Japan und nicht zuletzt den Amerikanern selbst, die nach den goldenen 60ern für längere Zeit in die Krise rutschten.
"Die derzeitige Flaute der US-Wirtschaft ist nicht allein einer kurzen Konjunkturdelle geschuldet", analysiert Jim O’Neill, Chefökonom der Investmentbank Goldman Sachs. "Dahinter stecken auch handfeste strukturelle Schwierigkeiten." Ein Urteil, das Klaus Gretschmann teilt, Generaldirektor im Rat der Europäischen Union und früher oberster Wirtschaftsberater von Ex-Kanzler Gerhard Schröder: "Da ist gehörig Sand im Getriebe."
Die negative Tendenz dokumentiert sich nicht nur in ersten harten Fakten. Sie ist auch in internationalen Standortvergleichen abzulesen. Natürlich schneidet Amerika im globalen Maßstab noch immer überdurchschnittlich ab. Doch der Vorbildcharakter ist dahin, die Spitzenposition bröckelt – oder ist je nach Ranking schon Vergangenheit. Zum Beispiel in der Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit, die das World Economic Forum jedes Jahr erstellt. Bereits 2006 rutschten die USA von Platz eins auf Platz sechs ab. Derzeit arbeitet das Institut an der neuen Ausgabe für den Spätsommer. "Der Abstieg dürfte weitergehen", verrät einer der Verantwortlichen. Im Konkurrenzranking des Lausanner IMD-Instituts konnten die USA ihre traditionelle Führungsposition noch verteidigen – aber der Vorsprung schmilzt rapide. Drei Viertel aller Nationen haben gegenüber Amerika an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen.
Experten befürchten einen fiskalischen Tsunami
Ein Teil der Entwicklung geht auf eigene Schwächen und Versäumnisse zurück. "Die USA haben sich auf den Erfolgen der Vergangenheit ausgeruht und bekommen jetzt die Quittung", sagt EU-Ökonom Gretschmann. Die Produktivität hat sich in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich von mehr als vier auf rund 1,5 Prozent verringert.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen ebben die Effizienzgewinne der IT-Revolution ab, die das hohe US-Wachstum ab der zweiten Hälfte der 90er-Jahre maßgeblich mitbestimmten. Zum anderen kostet der Kampf gegen den Terror wertvolle Ressourcen: Die Kosten für den Irak-Krieg belasten Staat und Wirtschaft, ebenso die vielen Sicherheitsmaßnahmen im eigenen Land. Die latente Fremdenangst, die von der Politik mitgeschürt wird und sich etwa in extrem langwierigen Prozeduren bei der Einreise äußert, verdirbt Ausländern zunehmend die Lust auf Amerika: Die Zahl der Geschäftsreisenden und Touristen liegt immer noch niedriger als vor den Anschlägen vom 11. September 2001 – trotz des globalen Wirtschafts- und Reisebooms. Die schwindende Offenheit der USA behindert zudem den Zuzug von kreativen Arbeitskräften, was die Innovationskraft trübt.
Fortsetzung auf Seite 2
Was die Leser sagen
Das ist ein exzellenter Artikel sehr realist und Zukunft orientiert !
Jede Imperium hat einen hohe Punkt,eine Dekadenz fasse und jergenwann auch ein ende...
- (Kommentare 1-2 von 2)

















