Die Probleme bei Hartz IV sollten in den Mittelpunkt der Politischen Diskussionen gerückt werden.Ebenso bei den Gewerkschaften. Denn mit Hartz IV leiden die Menschen, darunter, dass sie kontrolliert, gedemütig und ausgegrenzr werden.
Ich setze mich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein...weil sich die Gesellschaft in "Arbeitende" und "Hilfsbedürftige" spaltet, die "Arbeitenden" mit ihrer Angst vor Arbeitslosigkeit erpressbar sind, allgemeiner Lohnverfall und sozialer Unfriede entsteht und die Firmen ihre Kunden verlieren
Ich setze mich für ein Grundeinkommen ein, weil...Fortschritt in der Gesellschaft nur mit gesicherten Einkommen und ohne Existenzangst möglich ist.
Ich setze mich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein, weil es kein Arbeitszwang geben darf,jeder soll nach seinen Fähigkeiten und Wünschen entscheiden können,was er/sie gerne arbeiten möchte. Das würde sich auch positiv auf die Arbeitgeber auswirken. Denn wer seine Arbeit gerne tut arbeitet auch viel effektiver.
Ich setze mich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ein,weil es dann für all jene die (weiter) arbeiten und schmutzige und schwere Arbeit leisten es leichter wird diese auch besser bezahlt zu bekommen. Dabei habe ich immer vor Augen: Wer ist für unsere Gesellschaft nützlicher? Ein Politiker der für eine kurze Rede von etwa 10 Minuten 7000 Euro bekommt, oder der Müllmann der useren Täglichen Abfall beseitigt?
Unzählige weitere Argumente die für ein Bedingungsloses Grundeinkommen sprechen könnte ich weiter aufführen. Das werde ich aber nicht tun. Überlegt Euch doch selber einmal die ganzen Vorteile ( oder vielleicht auch Eure Bedenken) Ich glaube das die Diskussionen um das Bedingungslose Grundeinkommen in nächster Zeit stark ansteigen werden.
Ich würde mich freuen wenn auch Du mitdiskutieren würdest
Wenn Kanzlerin Angela Merkel und ihr Vize Franz Müntefering den Arbeitsmarkt reformieren wollen, dann kommt dabei erst mal eine zwölfköpfige Koalitionskommission mit fünf Spezialaufträgen heraus. Auf Wunsch der SPD beschäftigt sie sich mit dem Thema Mindestlohn, auf Drängen der CDU mit dem Kombilohn. Sie prüft die „Zuverdienstgrenzen“ für Transferbezieher, einen „dritten Arbeitsmarkt“ für schwer Vermittelbare und die „Effizienz bei der SGB-II-Umsetzung“, soll heißen die Kooperation zwischen Arbeitsagenturen und Städten beim Betreuen von Hartz-IV-Kunden. Die Resultate des kleinteiligen Projekts sind schon jetzt vorauszuahnen: Ein bisschen hier geändert, ein bisschen da geändert – und beim nächsten Abschwung wird die von Merkel als „umfassend“ angekündigte Neuordnung einen weiteren Anstieg des Sockels von Langzeitarbeitslosen doch nicht verhindern.
Noch jedes Herumschrauben am bestehenden System war bisher erfolglos im Kampf gegen die Beschäftigungsmisere. Ob Mainzer Kombilohnmodell, Mini-Jobs oder Hartz IV – alle Reformen haben nichts am zentralen Problem geändert, das den deutschen Arbeitsmarkt belastet: Die Sozialversicherungen werden noch immer, wie seit ihrer Einführung zu Bismarcks Zeiten, von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt und verteuern so die Jobs. „Mit jeder sozialen Wohltat, die wir uns gönnen, produzieren wir Arbeitslose“, kritisiert der Stuttgarter Wirtschaftswissenschaftler und Ethiker Michael Schramm. Bei ihm wie anderen Kollegen, aber auch bei Politikern unterschiedlicher Couleur, wächst daher die Einsicht: „Wir brauchen keinen Umbau, sondern einen kompletten Neubau des Sozialstaats.“
Vor allem ein Reformentwurf elektrisiert dabei neuerdings politische und ökonomische Zirkel und zunehmend auch die Öffentlichkeit. Seit sich Thüringens Ministerpräsident und Merkel-Intimus Dieter Althaus den Vorschlag eines bedingungslosen Bürgergelds für alle zu eigen gemacht hat, ist das bisher nur von Grünen und Radikalliberalen propagierte Konzept den Makel los, eine Träumerei weltfremder Idealisten zu sein. Vielmehr gilt es plötzlich als ernst zu nehmende Alternative zum beschäftigungsfeindlichen Sozialstaatsmodell aus dem vorletzten Jahrhundert. Seine Verwirklichung würde nicht nur eine grundlegende ökonomische Wende bedeuten, sondern weit mehr: einen gesellschaftlichen Umbruch, wie es der Fall der Mauer oder die sexuelle Revolution war.
Althaus kann sich vor Einladungen kaum retten: „Ich habe noch nie so viele Vorträge zu einem Thema gehalten und so viele zustimmende Briefe bekommen.“ In der CDU ist das Bürgergeld bereits so salonfähig, dass Merkel mit ihrem Parteivorstand am 26. März in Berlin ein Symposium dazu veranstaltet. Die Tagung findet hinter verschlossenen Türen statt, damit niemand Fensterreden hält, sondern ernsthaft gearbeitet wird. Anschließend wird wohl eine Kommission eingesetzt, die die Idee weiterentwickeln soll.
Bürgergeld wäre der dreifache Befreiungsschlag
Das Konzept eines Grundeinkommens entwarfen bereits in den 60er-Jahren zwei Nobelpreisträger in den USA: Milton Friedman und James Tobin. Anfang der 80er begannen in Deutschland Marktliberale wie Kurt Biedenkopf und Grünen-Gründungsväter wie Michael Opielka die Diskussion, die Althaus oder der Drogeriekettenchef Götz Werner jetzt wieder aufgreifen. Selbst auf europäischer Ebene läuft die Debatte an: Der in der EU einflussreiche luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker plädiert für ein Grundeinkommen, das aber in den Mitgliedsländern unterschiedlich hoch sein kann.
Das Prinzip des Bürgergelds ist ebenso einfach wie revolutionär: Jeder erhält vom Staat einen garantierten Betrag – ohne Gegenleistung, also auch ohne Pflicht, einen Job zu suchen. Andere Sozialleistungen werden dafür abgeschafft. So will Althaus mit seinem „solidarischen Bürgergeld“ allen Erwachsenen monatlich 800 Euro zahlen, pro Kind gibt es 500 Euro. Dafür fallen fast sämtliche anderen 155 Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld oder Bafög weg, ebenso die lohnabhängigen Beiträge zur Krankenversicherung. Die kostet stattdessen für jeden einheitlich 200 Euro, die vom Bürgergeld abgezogen werden.
Der Charme des Modells liegt darin, dass es dreifach befreiend wirkt und daher für Neoliberale wie für Sozialpolitiker reizvoll ist: Es befreit die Arbeitgeber von hohen Lohnnebenkosten und schafft so mehr Stellen. Es befreit den Staat von Teilen seiner 14 Milliarden Euro teuren Sozialbürokratie und spart so viel Geld. Und es befreit die verunsicherten Bürger von ihren wachsenden Existenzängsten: Niemand muss mehr Furcht vor Leistungskürzungen haben und niemand mehr die teils entwürdigenden Bittstellereien auf den Ämtern und Wohnungskontrollen durch die Arbeitsagenturen ertragen.
Zum „Sozialschlaraffenland“, wie die „Frankfurter Allgemeine“ befürchtet, würde Deutschland damit noch lange nicht: Wer nicht jobbt, bekäme unterm Strich sogar etwas weniger Geld für Essen, Kleidung und Miete als ein Hartz-IV-Empfänger heute. Wer arbeitet, kann dafür aber viel kräftiger hinzuverdienen als bisher: Kürzt der Staat derzeit bei Transferbeziehern noch bis zu 90 Prozent des Lohns, müssten die Niedriglohnjobber künftig nur die Hälfte von jedem verdienten Euro als Steuer abführen. Selbst gering bezahlte Arbeit lohnt sich dann viel eher, Hunderttausende von neuen Niedriglohnjobs könnten entstehen. Und wer sich für das ebenfalls vorgesehene „kleine Bürgergeld“ von 400 Euro entscheidet, gibt sogar nur ein Viertel des Zusatzeinkommens ab.
Ökonomisch betrachtet entspricht Althaus’ Modell einer Volkswirtschaft mit einem größtenteils steuerfinanzierten Sozialsystem, einer Gesundheitsprämie und einer Flattax von 25 Prozent bei einem Steuerfreibetrag von monatlich 1600 Euro sowie einer negativen Einkommensteuer für Geringverdiener. In Vielem ähnelt das Konzept damit den umstrittenen CDU-Parteitagsbeschlüssen von Leipzig 2003, die Merkel durchgesetzt hatte.
Merkel hegt Sympathien für die Idee von Althaus
Nicht zuletzt deshalb hegt die Kanzlerin auch insgeheim Sympathien für das Bürgergeld. Zudem ist das Thema für sie machtstrategisch interessant – könnte es doch eine Annäherung an die Grünen fördern und so eine neue Koalitionsoption eröffnen. In der Ökopartei machen sich einflussreiche Politiker wie Reinhard Loske oder Boris Palmer schon länger für ein Grundeinkommen stark. Auch die Grünen haben daher eine Arbeitsgruppe zu dem Thema beschlossen. Streit mit der Union gäbe es aber über Höhe und Finanzierung: Loske will 850 Euro und höhere Vermögensteuern. Zudem sind die Grünen gegen eine Gesundheitsprämie.
In welcher Höhe und ob ein Bürgergeld überhaupt bezahlt werden kann, ist die zentrale offene Frage an Althaus’ Konzept. Zwar hat sich gerade eine Reihe namhafter Ökonomen im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung die Köpfe heiß gerechnet. Doch kommen sie zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. „Bezahlbar“, sagt etwa Bürgergeldbefürworter Thomas Straubhaar, Chef des Hamburger Forschungsinstituts HWWI, der die geschätzten 600 Milliarden Euro Kosten des Modells aus dem heutigen Sozialbudget von 735 Milliarden Euro für gegenfinanzierbar hält. „Nicht bezahlbar“, sagt dagegen Hilmar Schneider vom Bonner IZA, der eine Lücke von 165 Milliarden Euro errechnet hat. „Bezahlbar, wenn man die Steuersätze erhöht“, sagt Wolfgang Strengmann-Kuhn von der Uni Frankfurt: Für großes und kleines Bürgergeld müssten statt 50 und 25 Prozent Steuern eher 70 und 40 Prozent oder 80 und 35 Prozent fällig werden. Sonst wären nur 600 Euro Grundeinkommen möglich – und die 200 Euro für die Krankenkasse müssten anders aufgebracht werden.
Doch selbst solche Berechnungen gaukeln eine Genauigkeit vor, die sie nicht haben können. Denn sie lassen die Verhaltensänderungen außer Acht, die eine so radikale Reform nach sich zöge. Arbeiten die Menschen insgesamt wirklich mehr oder doch weniger? „Bei einem solchen Systemwechsel kann man unmöglich vorhersagen, wie sich Arbeitsangebot und -nachfrage entwickeln“, weiß Straubhaar. Aber genau das ist für den Erfolg und die Kosten des Modells entscheidend.
Welches Menschenbild stimmt? Das des Arbeitsmarktexperten Alexander Spermann vom Mannheimer ZEW-Institut? Er glaubt, dass sich viel mehr Leute auf die faule Haut legen, wenn mit dem staatlichen Fördern nicht auch ein Fordern verbunden bleibt. „Das Bürgergeld führt in die falsche Richtung – mit der Hartz-IVPhilosophie sind wir auf dem richtigen Weg“, sagt er darum. Die SPD, allen voran Arbeitsminister Müntefering, aber auch viele in der Union teilen diese Überzeugung. Unterstützt wird sie scheinbar durch Erkenntnisse aus Pilotmodellen zum Grundeinkommen in den USA aus den 60er-Jahren: Dort verringerten die Beschäftigten ihr Arbeitspensum im Schnitt um zehn bis 15 Prozent. Allerdings nutzten die Männer die zusätzlich gewonnene Zeit vor allem dazu, sich für einen besseren Job zu qualifizieren. Die Frauen kümmerten sich mehr um ihre Kinder.
Was die Leser sagen
Sehr geehrter Herr Baethge,
Glückwunsch zu diesem Beitrag! Dieses Thema beschäftigt mich als Liberalen seit Anfang der Neunziger intensiv. Deshalb zunächst auch eine kleine Richtigstellung: Die FDP hatte schon 1994 in ihrem Bundestagswahlprogramm das Konzept Bürgergeld/Negativsteuer zur Lösung unserer sozial- und arbeitsmarktpolitischen Misere angepriesen und das Modell noch in 2005 weiter ausgeformt. (Leider haben es nicht alle FDP-ler von Anfang an voll verinnerlicht und überzeugend vertreten.)
Ideen- und Namensgeber für das Bürgergeld, aufbauend auf der Negativsteuer, war übrigens Professor Joachim Mitschke von der Uni Frankfurt. Leider ist ihm die FDP in einem Detail nicht gefolgt: die Bedingungslosigkeit, von MP Althaus zu einem zentralen Punkt erhoben. Zwar sträubt sich unser Gefühl gegen die Vorstellung, Arbeitsunwillige und Faule genau so alimentieren zu sollen wie unverschuldet Arbeitslose, aber es wird schlicht billiger als eine bürokratische Prüfung und Überwachung des Arbeitswillens sowie eine Pseudo-Beschäftigung in speziellen Einrichtungen. Und nach dem Sozialstaatsgebot, wie aus humanitären Gründen, hat ja auch heute bereits jeder Anspruch auf irgendeine Art Grundversorgung. Und für den notwendigen Arbeitsanreiz bietet das Bürgergeld zwei hochwirksame Stellschrauben: die Höhe des Grundeinkommens (bei Null Zuverdienst) sowie der Prozentsatz dessen, was einem vom Zuverdienten nach Abgaben netto verbleibt.
Voraussetzung wäre allerdings die Verfügbarkeit von Billigarbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Der müsste für Bürgergeldempfänger gesetzlich geöffnet werden: durch Außerkraftsetzen entgegenstehender gesetzlicher Regelungen sowie Gewährung von Arbeitserlaubnis unterhalb der geltenden Tarifverträge. Von den Tarifvertragsparteien darf man so viel Einsicht leider kaum erwarten. Mindestlöhne wären natürlich absolut tödlich.
Bei den Kostenabschätzungen wird häufig übersehen, dass das Bürgergeld im Grunde sämtliche Subventionen, die ja in der Regel irgendwann einmal sozial motiviert waren, erübrigen würde, ebenso die daran hängende Bürokratie. Außerdem bedeutet jeder zusätzliche echte Arbeitsplatz einen Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, von dem alle profitieren, auch der Staat und die Sozialkassen.
Die Einführung des Bürgergelds kann man auch als Übergang von der bisher üblichen Objekt- und Unternehmensförderung (einschl. der aktuell diskutierten Kombilöhne) hin zur Subjektförderung verstehen. Die ist nicht nur viel unaufwendiger, zielgenauer und mit weniger Streuverlusten behaftet, sondern löst auch ein weiteres Problem: Anspruchsberechtigt wären a priori nur deutsche Bürger. Der Druck ausländischer Arbeitnehmer auf unseren Arbeitsmarkt wäre beseitigt, und deutsche Arbeitskraft wäre global wettbewerbsfähig.
Mein Motto: Bürgergeld ist der Königsweg.
Hans-Joachim Bress
Das Bürgergeld ist eine sehr gute idee,ich glaube es fördert die Eigenferantwortung der Bürger, und entlastet den Staat weil ein Riesiger Bürokratie abau dadurch statfinden würde,und die wirtschaft wird in einem bis dato noch nie dagewesenem Aufschwung dafon Profitieren.Es wäre eine Reform die der Gerechtigkeit endlich einen Namen geben würde.die befürtung das die Menschen dadurch nicht mehr sofiel Arbeiten würden halte ich für vollig unbegründet gerade das Gegenteil würde eintrefen,weil sich dann Arbeit wieder wirklich lohnen würde!
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