Die Stärken
Preisstabilität. Die Inflationsrate liegt seit dem Euro-Start im Schnitt bei rund zwei Prozent pro Jahr – halb so hoch wie noch zu Beginn der 90er-Jahre. Der positive Befund gilt auch für Deutschland: Der Euro ist härter als die Mark.
Krisenschutz. Euro-Land hat das Jahrtausend bisher ohne Rezession überstanden. Die irreversibel festgezurrten Wechselkurse und der Binnenmarkt stützen den Handel untereinander und bieten einen Puffer gegen globale Turbulenzen.
Weltgeltung. Der Euro hat sich auf Anhieb als Weltwährung Nummer zwei etabliert. Das Vertrauen zeigt sich nicht nur am steigenden Anteil der weltweiten Notenbankreserven, sondern auch am Devisenmarkt. Nach einer Schwächephase zu Beginn liegt der Wechselkurs zum Dollar jetzt über dem Stand beim Euro-Start.
Kontrollfunktion. Die Finanzminister achten untereinander stärker auf die Schuldendisziplin des jeweils anderen. Denn sie werden für Versäumnisse über eine schwächere Währung und höhere Zinsen mitbestraft. Der Gruppendruck zeitigt einige Erfolge: Die Staatsdefizite sind niedriger als vor zehn Jahren.
Die Schwächen
Dynamik. Die Euro-Wirtschaft wächst stetig, aber noch zu langsam. Die Rate liegt im Schnitt bei zwei Prozent pro Jahr – gegenüber gut drei Prozent in Amerika. Experten sehen jedoch Zeichen, dass der schärfere Wettbewerb die Dynamik erhöht.
Divergenzen. Zwischen den Mitgliedsstaaten bestehen nach wie vor hartnäckige Unterschiede bei Wachstum, Inflation und Wettbewerbsfähigkeit. Hauptgrund: Wirtschafts- und Tarifpolitik laufen teilweise deutlich auseinander.
Außenvertretung. Die Euro-Zone hat noch keine gemeinsame Stimme in wichtigen Gremien wie dem Internationalen Währungsfonds und dem G7-Zirkel.
Bürgernähe. Der gemeinsame Markt für Finanzdienstleistungen ist noch lückenhaft. Ob bei Krediten, Wertpapiergeschäften oder im Zahlungsverkehr: In vielen Bereichen mangelt es an kundenfreundlichen EU-Regeln.
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