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12.08.2010
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Finanznot

Investor-Artikel

Kommunen schröpfen Bürger bei Nebenkosten

Die Preise für Strom, Wasser und Heizung kennen nur eine Richtung: nach oben. Zusätzlich wollen die Gemeinden mit höheren Abgaben und Steuern ihre Finanzlöcher stopfen. Was auf Bürger zukommt. Von Nikolaus von Raggamby

Deutschlands Eigenheimbesitzer und Mieter müssen sich auf steigende Wohnnebenkosten einstellen. Angesichts ihrer katastrophalen Finanzlage erhöhen die Kommunen derzeit die Gebühren und Steuern. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Wohnnebenkosten um 1,6 Prozent. Tendenz steigend, bestätigt auch Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbunds (DMB): "Auf höhere Kosten werden wir uns angesichts der finanziellen Situation vieler Städte und Gemeinden bei den kommunalen Gebühren einrichten müssen."

Dabei sind die Belastungen schon jetzt erheblich. Nach Berechnungen des DMB müssen Mieter und Eigenheimbesitzer derzeit durchschnittlich 2,16 Euro pro Quadratmeter und Monat für Nebenkosten berappen, rund fünf Prozent mehr als 2007. Allein im ersten Halbjahr 2010 stiegen laut DMB die Abwassergebühren um 2,5 Prozent. Ähnlich bei der Müllabfuhr oder Straßenreinigung: "Ich fürchte, dass diese Gebühren 2010 beziehungsweise 2011 deutlich zwischen fünf und zehn Prozent teurer werden", so Siebenkotten.

Darauf deuten bereits die Ergebnisse einer Umfrage des Beratungshauses Ernst & Young unter 300 deutschen Kommunen hin. Demnach wollen rund 44 Prozent der Gemeinden auf die Einnahmeausfälle mit der Anhebung ihrer jeweiligen Grundsteuersätze reagieren, 17 Prozent wollen die Wassergebühren erhöhen, 16 Prozent die Preise für die Straßenreinigung und zehn Prozent die Abgaben für die Müllabfuhr.

Viele Kommunen sind bereits aktiv geworden, wie Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags belegen. Demnach wurde die Grundsteuer B (Immobilien und Grundstücke) in rund 50 große Kommunen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, zum Teil drastisch erhöht. Den wohl größten Anstieg müssen die Einwohner in Stuttgart hinnehmen. Dort wurde der Hebesatz der Grundsteuer um 30 Prozent auf 520 Prozent angehoben. "Die Wirtschaftskrise führt in vielen Gemeinden zu sinkenden Gewerbesteuereinnahmen. Anscheinend ist dies für viele Kämmerer ein Anlass, Hauseigentümern und Mietern noch tiefer in die Taschen zu greifen", kritisiert Rolf Kornemann, Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund. Die Grundsteuer B ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen. Im Vorjahr summierte sie sich auf 10,6 Mrd. Euro. Allein zwischen 1995 und 2010 stieg das Aufkommen um mehr als 60 Prozent - jährlich etwa drei Prozent im Schnitt.

Von den Grundsteuererhöhungen sind nicht nur Eigenheimbesitzer, sondern auch Mieter betroffen, da die Kosten vollständig umgelegt werden können. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung zahlen Mieter zurzeit in Westdeutschland laut Mieterbund durchschnittlich 200 Euro im Jahr.

capital.de, 11:46 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Bloomberg


Was die Leser sagen

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Lorenz Winter
24.08.2010 | 12:24
Politiker und Verwaltungen schröpfen Bürger

nachdem es für die Mehrheit der Bürger keine wirkliche Interessenvertretung gibt, können sich die Politiker und die Verwaltungen jede Maßnahme leisten, die Sie zum Füllen der Haushaltslöcher und auch der eigenen Kassen für nötig halten. Ich habe vor zehn Jahren schon einmal gesagt, dass wir längst in einer "Scheindemokratie" leben, in der hauptsächlich die Interessen der "Obrigkeit" und des Großkapitals realisiert werden. Im Zusammenschluß hätte die Mehrheit der Bürger allerdings durchaus die Möglichkeit, gewisse Korrekturen der Ansätze zu veranlassen, die die "Fetten" immer fetter machen und den "kleinen nur als Masse dazu benutzen, die eigenen Interessen immer weiter nach vorne zu treiben!

Schulz Ronald
16.08.2010 | 09:29
Gebühren

Ich stelle fest, dass viele Gemeinden, gerade in der Vergangenheit nicht korrekt und somit nachhaltig Haushalten konnten. Da werden auch mal Prestigeobjekte, oft ohne Not und somit unnötigerweise, finanziert. Es gibt hierfür ausreichend Beispiele. Mancher Bürgermeister möchte sich halt ein Denkmal setzen.

dieter Haifisch
15.08.2010 | 13:12
Finanznot in Kommunen

Die Finanznot der Kommunen ist hausgemacht, weil Beamte und Politiker mit Steuergeldern nicht umgehen können und Geld vergeuden, auch aus Prestiggründen. Sie verschwenden Steuergelder und wenn das Geld nicht reicht, honen sie sich weiteres.Leider macht die Bevölkerung noch mit, ich hoffe, wir Bürger gehen bald auf die Straße undlassen uns dies nich tmehr länger gefallen.Bemte und Politker richten sich immer mehr Privilegien ein, Privatarztbesuche, Vorteile bei Versicherungen, Behandlungen mit Alternativmedizin, also alles das, was man dem Normalbürger wegnimmt.
Für mich sind PolitkerLügner, die nur davon reden, etwas für Kinder und alte Menschen zu tun,sie beabsichtigen dies aber in Wirklichkeit nicht, sondern bauen ihre eigenen vorteile zu Lasten der Gesellschaft weiter aus.Wir sollten Wahlen boykottieren, weil diese Leute unserer Demokratie schädigen.

Peter Schwoerer
15.08.2010 | 00:25
Nebenkosten-Erhöhungen

Es ist die gleiche große verdammte Masche, in unserer angeblichen Demokratie den Bürger nur dazu zu brauchen, die räuberischen Tendenzen von Staat, Bürokratie hinunter bis zu den Gemeinden zu erdulden. Ich erlebte es sogar, dass meine Gemeinde eine 4500-%igen höheren Betrag als der seinerzeitige Kaufpreis für ein Grundstück als sogenannte Wertabschöpfung ohne Stundung verlangte, obwohl das Grundstück als Baugelände (GFW) bereits im Grundbuch verzeichnet war und auch nach der Bezahlung das gleiche (=GFW) im Grundbuch wurde!!
Schweinerei, Betrug, Abzocke ohne Gnaden! Mein Bedarf an Demokratie bei solchen Gaunereien ist zu Genüge gedeckt!!

Schupp
14.08.2010 | 20:40
Sauerei

Da wir Deutschen ja inzwischen ganz Europa finanzieren ist doch klar, dass das wieder alles beim kleinen Bürger hängenbleibt und über die Kommunen eingetrieben wird. Wann lassen sich das die dummen Bürger nicht mehr gefallen?

r.b.
13.08.2010 | 20:45
Kommunen schröpfen Bürger!!!!!

...der Leidtragende ist wie meistens "Otto Normalverbraucher". Die erhöhten Kosten werden auf die Mieter abgewälzt. Der Rentner, der sich mit seiner Hände Arbeit eine Sicherung fürs Alter geschaffen hat ebenfalls. Achtung, die nächsten Wahlen kommen bestimmt, haltet gut nach wer Euch was vor den letzen Wahlen versprochen und was davon gehalten hat.

Elmar Höper
13.08.2010 | 14:48
Kommunen schröpfen Bürger bei Nebenkosten

Ob man wählen geht oder nicht, dass beeinflußt nicht die Gebühren.
Die Bürger müssen den eigenen Kommunen mehr auf die Finger schauen und öffentlich durch Ortszeitungen und Briefe in den verantwortlichen Leiter der Stadt auf kostenintensive Mißstände hinweisen;
z.B. Ahlbtagskräfte für die immer ein ganzer
Abeitsplatz und Räumlichkeiten vorgehalten werden muß, überflüssige Beschilderungen bei klarer Regelung durch die StVO, Arbeitszeitverluste durch Raucherpausen außerhalb des Arbeitsplatzes(Wege
vom und zum Raucherplatz), "Parkplatztourismus" bei Parkflächennutzung in der Nähe von städt. Gebäuden durch städt.Mitarbeiter/innen
mit Parkscheibe, die alle zwei Stunden widerrechtlich verstellt wird,

(Kommentare 1-7 von 8)
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