Da hätte ich doch gerne auch noch von Ratingen gelesen. Hier gibt es Lebensqualität pur mit einem ordentlichen Schuß Natur. Auch hider ziehen die Preise an, sind aber bisher noch bezahlbar. Und mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmittel ist man schnell in der Landeshauptstadt. Wer braucht da noch Köln.
Es ist die meistgestellte Frage im Kölner Karneval: „Was ist das Schönste an Düsseldorf?“ Antwort: „Die Autobahn nach Köln.“ Und natürlich lachen auch die Düsseldorfer gern über ihre Nachbarn. „Da schwimmt ’ne Kölner“, heißt ihr Lieblingslied während der tollen Tage – eine beschwingte Anspielung auf das regelmäßige Hochwasser in der Domstadt.
Nein, man muss kein Freund des Karnevals
oder überfluteter Keller sein, um
die Region rund um
Köln und
Düsseldorf zu mögen. Die Vorteile liegen auch so auf
der Hand: Mit Auto oder Zug ist man
schnell in den Citys, wo das kulturelle
Angebot unerschöpflich erscheint: Stadien, Museen, Theater oder Opernhäuser,
von allem ist ausreichend da. Und genauso
schnell ist man auch wieder raus aus
der Stadt – und kann Großstadttrubel
und Verkehrslärm hinter sich lassen.
Zu den beliebtesten Städten dieser
Region zählt
Meerbusch. Im Edelquartier
Meererbusch klettern die Preise für
Einfamilienhäuser gern bis auf vier Millionen
Euro, die Mieten können in Einzelfällen
bei stattlichen 16 Euro pro Quadratmeter
liegen. Nicht umsonst gilt
Meerbusch als „Stadt der Millionäre“:
Kaum eine deutsche Kommune hat
mehr Superreiche.
Die anderen Städte müssen sich aber
nicht hinter Meerbusch verstecken. Nach
Hilden etwa, zwischen Bergischem Land,
Ruhrgebiet und den Metropolen am
Rhein gelegen, kommen viele Menschen
aus den umliegenden Städten, um einzukaufen.
„Die Stadt hat Charme, keine
Frage“, findet Maklerin Doris Demski.
Das größte Problem Hildens ist deshalb
auch der anhaltende Mangel an Bauland.
Mit 2100 Einwohnern pro Quadratkilometer
gehört die Wohn- und Einkaufsstadt
zu den am dichtesten besiedelten
Deutschlands. Und die Nachfrage nach
Neubauten ist ungebrochen.
Gerade junge Familien würden gern herziehen – nur fehlt es an Platz. So droht der Stadt auf lange Sicht die Überalterung. Immerhin: Im Süden der Stadt sollen demnächst 70 bis 90 neue Wohnungen entstehen.
Noch stagnieren die Preise in Hilden. Im Schnitt zahlt man für ein Einfamilienhaus aus den 50er- bis 70er-Jahren 275 000 Euro, neue Eigentumswohnungen kosten durchschnittlich 2280 Euro pro Quadratmeter, für Bestandswohnungen zahlt man im Schnitt 1390 Euro. Top ist Hilden dagegen bei den Mieten: Mit durchschnittlich 7,30 Euro pro Quadratmeter gehört die Stadt zu den zehn teuersten in Deutschland.
Auch in
Mettmann hält die Nähe zu
Düsseldorf die Preise auf einem hohen
Niveau – allerdings sind sie jüngst krisenbedingt
etwas gesunken. Das merken
selbst die Bewohner im beliebtesten Viertel
der Stadt, Metzkausen. Interessenten
spekulieren hier auf weiter fallende Preise
und lassen sich mit dem Kauf einer
Immobilie Zeit.
Als weitere Toplagen der Kreisstadt mit ihren 40 000 Einwohnern gelten vor allem Teile von Mettmann-Süd und des Neubaugebiets Quantenberg, die parknahe Siedlung Klein Goldberg sowie Randlagen der City. Am meisten hat sich jedoch am Ortsausgang Richtung Düsseldorf getan: Hier ist das Neubaugebiet Erkrather Weg entstanden.
Alles andere als einheitlich ist der
Markt in
Bergisch Gladbach: Seit der Gebietsreform
finden sich hier grundverschiedene
und autarke Immobilienmärkte,
von denen jeder auf seiner speziellen
Ausrichtung beharrt. Für den Süden,
Bensberg, Frankenforst und Refrath sprechen
Makler von einer konstant positiven
Nachfrageentwicklung. „Vor allem
bei größeren Objekten ist sie ungebrochen“,
sagt Makler Marcel Niederkorn.
Das betrifft in erster Linie Ein- und Zweifamilienhäuser
sowie Eigentumswohnungen.
Das Interesse an Baugrundstücken
brach dagegen 2009 um 14 Prozent
gegenüber dem Vorjahr ein.
In Schildgen dauere die Vermarktung
inzwischen deutlich länger, so Niederkorn.
Die Nähe zu
Leverkusen und damit
zum Chemieriesen Bayer ziehe nicht
mehr – die Mitarbeiter müssten inzwischen
mit Standortwechseln rechnen
und setzten daher stärker auf Mietobjekte.
Auch für Alt-Gladbach stehen die Zeichen
ungünstig. Das liegt vor allem an der
schlechten Verkehrsanbindung.
Haan liegt dagegen verkehrsgünstig
zwischen Wuppertal und Düsseldorf. Die
vielen grünen Ecken haben der Stadt im südöstlichen Teil des Kreises Mettmann
den Beinamen Gartenstadt beschert. Der
Immobilienmarkt weist zwar stabile Preise
auf, doch die Tendenz ist eher leicht fallend.
Selbst Immobilienobjekte bis rund
250 000 Euro lassen sich nicht mehr problemlos
verkaufen. „Die Leute schauen
ganz genau“, sagt Rüdiger Wehrbein vom
Immobilienmakler Wundes. „Es dauert
heute wesentlich länger, eine Immobilie
an den Mann zu bringen.“ Preise ab 400 000 Euro sind eher die Seltenheit.
Trotzdem: Die kleine Stadt mit ihren rund
30 000 Einwohnern gilt auch heute noch
als attraktiver Wohnort.
capital.de, 29.07.2010
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Stadt Ratingen
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