Es ist richtig, dass
die Zinsen nierdig
sind. Jedoch steigen
die Einkommen der
kleinen Leute nicht
mehr. Der Niedrig-
lohnsektor nimmt
immer mehr zu. Ist
diese Entwicklung
ein Investitions-
hemmnis für die
Bauindustrie?
Wo bleiben die
Hilfen für die
jungen Familien?
Die Erschwinglichkeit von Einfamilienhäusern seit 1995 stetig zu und ist im Jahr 2009 auf einem Spitzenniveau angekommen. Das zeigt eine Erhebung des Center for Real Estate Studies (CRES) im Auftrag des Immobilienverbandes IVD. "Das stetig abfallende Zinsniveau, die steigenden Haushalteinkommen und die relativ stabilen Häuserpreise sind dafür verantwortlich, dass die Erschwinglichkeit eines Einfamilienhauses in Deutschland nie besser war als heute", erklärt Sven Johns, Bundesgeschäftsführer des IVD.
Um die Erschwinglichkeit von Einfamilienhäusern zu messen, fasste CRES-Institut Immobilienpreise, Zinsniveau und verfügbares Einkommen zu einem Index (Erschwinglichkeitsindex) zusammen. Dieser gibt Auskunft darüber, inwieweit es für einen durchschnittlichen Haushalt finanziell möglich ist, eine Immobilie zu erwerben. Je höher der Indexwert, umso erschwinglicher ist die Immobilie.
Der Indexwert "100" ist dabei die zentrale Ziffer in dem Index. Er bedeutet, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Viertel seines verfügbaren Einkommens die Zins- und Tilgungszahlungen bewältigen kann, wenn dieser Haushalt ein ortsübliches Einfamilienhaus in mittlerer Wohnlage erwirbt. Analog dazu bedeutet beispielsweise ein Indexwert von 70, dass ein Haushalt über lediglich über 70 Prozent der finanziellen Mittel verfügt, die für die Zins- und Tilgungszahlungen unter den örtlichen Bedingungen notwendig sind. Dagegen zeigt Indexwert von 130 an, dass ein Haushalt 130 Prozent der erforderlichen Mittel zur Verfügung hat, um ein ortsübliches Einfamilienhaus mittleren Wohnwertes zu kaufen, das heißt, dass er weniger als ein Viertel seines verfügbaren Einkommens für die Rückzahlung eines Immobilienkredites aufwenden muss.
Konkret lag der Erschwinglichkeitsindex 2009 bei 103 Punkten und stieg damit in den letzten Jahren kontinuierlich an. Zum Vergleich: 1995 rangierte der Indexwert noch bei 40. Bundesweit ermittelten die Experten allerdings erhebliche Unterschiede. So vergrößerte sich der Abstand zwischen Städten, in denen Wohneigentum gut beziehungsweise schwer erschwinglich ist (siehe Tabelle).
"An der Spitze der Erschwinglichkeit" steht die Stadt Wittenberg. Mit einem Indexwert von 252,63 ist hier Wohneigentum in Form eines Einfamilienhauses sehr gut zu erwerben. "Am unteren Ende" steht München, für das eine Erschwinglichkeit von 54,43 Punkten berechnet wurde. "Damit spiegelt der Erschwinglichkeitsindex auch in diesem Punkt den deutschen Immobilienmarkt wider", so Johns. In ländlichen Regionen sei die demografische Entwicklung, der Fortzug von einkommensstarken Haushalten und der Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich für ein sinkendes Preisniveau von Immobilien und damit auch für eine bessere Erschwinglichkeit.
1. München |
51,02 |
2. Frankfurt a.M. |
56,82 |
3. Stuttgart |
58,67 |
4. Heidelberg |
59,58 |
5. Duisburg |
60,67 |
6. Konstanz |
61,20 |
7. Wiesbaden |
63,67 |
8. Freiburg |
64,48 |
Ranking nach Erschwinglichkeit, indexiert; Quelle: IVD
1. Wittenberg |
236,84 |
2. Stendal |
211,65 |
3. Greiz |
208,85 |
4. Pirmasens |
204,34 |
5. Diepholz |
201,87 |
6. Stade |
195,25 |
7. Sömmerda |
187,65 |
8. Cottbus |
185,80 |
Ranking nach Erschwinglichkeit, indexiert; Quelle: IVD
capital.de, 11:43 Uhr
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