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01.04.2010

Nachhaltigkeit

Investor-Artikel

Ökohäuser sind Investoren mehr wert

Laut einer Studie von Roland Berger sind Investoren und Mieter bereit, für nachhaltige Immobilien höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Daraus resultiert ein nicht zu unterschätzendes Investitionspotenzial. Von Nikolaus von Raggamby

Green Buildings, Sustainability oder Leadership in Energy and Environmental Design. Das Thema Klimaschutz beschränkte sich in der Immobilienbranche lange auf das Einführen von immer neuen Anglizismen. Das scheint sich nun zu wandeln. Denn laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sind mehr als 70 Prozent der Bauherren, Investoren und Mieter bereit, für nachhaltige Immobilien höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Ihnen wäre die Nachhaltigkeit einen Aufschlag von durchschnittlich neun Prozent wert.

"Daraus ergibt sich für Deutschland ein zusätzliches Investitionspotenzial von rund 13 Milliarden Euro pro Jahr für die Realisierung nachhaltiger Immobilien", sagt Ralph Büchele von Roland Berger. Die Unternehmensberatung hatte Ende 2009 über 40 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Unter den Teilnehmern waren im Wesentlichen Manager von Immobilienportfolios (wie zum Beispiel Immobiliengesellschaften, Immobilienfonds, Corporate Real Estate Management).

Experten rechnen der Immobilien- und Bauwirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Senkung der Kohlendioxidemissionen bei. In den OECD-Staaten gehen allein 30 Prozent des Treibhausgasausstoßes auf das Konto von Wohn- und Gewerbeimmobilien - und das nur in der Betriebsphase.

Energieeinsparungen müssen Mietsteigerungen kompensieren

"Der Markt für nachhaltige Immobilien bietet auf allen Stufen der Wertschöpfungskette enorme Potenziale", sagt Professor Torsten Henzelmann, Partner im Kompetenzzentrum Civil Economics bei Roland Berger. "Und das für alle Akteure - von den Projektentwicklern über die Bauindustrie bis hin zu Vermietern und Betreibern von Immobilien." Denn auch die Tendenz auf dem Mietmarkt ist ähnlich: Die Befragten würden einen Aufschlag von durchschnittlich 4,5 Prozent akzeptieren. "Ein Viertel der Studienteilnehmer wäre sogar dann bereit, mehr zu bezahlen, wenn der Nachhaltigkeitszuschlag höher wäre als die Einsparungen durch den niedrigeren Energiebedarf", erläutert Büchele weiter.

Ziele der Nutzung nachhaltiger Immobilien

Werterhalt/Wertsteigerung

67

Senkung Energiekosten

58

Senkung der Bewirtschaftungskosten

55

Imagegewinn

50

Emmissionsreduktion/Umweltschutz

47

Arbeitsatmosphäre/Komfortgewinn

11

Steigerung der Mitarbeiterproduktivität

6

Antworten in %; Mehrfachnennungen möglich; Quelle: Roland Berger Studie "Nachhaltigkeit im Immobilienmanagement"

capital.de, 17:34 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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