Der Maklerverband IVD geht von einem abflachenden Mietpreiswachstum aus. "Derart starke Preis- und Mietsteigerungen, wie wir sie 2011 und 2012 in den besonders begehrten Wohnlagen vieler Großstädte und Ballungsräume erlebt haben, werden 2013 höchstwahrscheinlich nicht wieder auftreten", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD.
Für dieses Jahr erwarten die Vertreter der Immobilienwirtschaft Steigerungen bei Neuvertragsmieten von knapp unter drei Prozent im Bundesdurchschnitt. In Großstädten wie Berlin oder Hamburg sind nach Verbandsangaben Preissprünge bei Neuvermietungen von fünf bis sechs Prozent möglich.
Angesichts dieser Entwicklung rät Schick Anlegern, unter bestimmten Umständen über einen Verkauf der Immobilien nachzudenken. "Wer stark in Immobilien investiert ist, und sie nicht für den Eigenbedarf braucht, kann den günstigen Markt für einen Verkauf nutzen", sagte er zu Capital. Besonders für ältere Kapitalanleger, die künftig über mehr Liquidität verfügen wollten, sei die aktuelle Marktsituation ein günstiger Zeitpunkt. Voraussetzung sei allerdings auch, dass die Spekulationsfrist bei einer Immobilie bereits abgelaufen ist - sich also seit mindestens 10 Jahren im Besitz des Eigentümers befindet. "Die erzielbaren Wiederverkaufsrenditen sind aktuell sehr hoch", bestätigt IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling.
Die Interessenvertretung der Immobilienwirtschaft hatte am Dienstag eine Studie zur Entwicklung der Wohnungsmieten in den vergangenen 20 Jahren vorgelegt - auch um, nach eigener Aussage einen sachlichen Beitrag zu der politischen Diskussion um die Explosion der Mietpreise in Deutschland zu leisten. Das Ergebnis: Die Mieten sind seit 1992 um 9,4 Prozent von 5,04 Euro auf 5,51 Euro pro Quadratmeter gestiegen.
Für die Top-10-Städte beläuft sich der nominale Anstieg seit 1992 von 7,01 Euro auf 7,96 Euro pro Quadratmeter. Das entspreche einem Plus von 13,6 Prozent. "Die Mieten waren kein Inflationstreiber", sagt Kießling.
Mit der Vorlage solcher Studienergebnisse macht der Immobilienverband gegen die politischen Forderungen der SPD mobil. Die Sozialdemokraten haben es sich für den Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben, gegen die steigenden Mietpreise in den Metropolen anzugehen. Erstmals verlangt die SPD in einem Strategiepapier, dass nicht nur Bestandsmieten gedeckelt werden, sondern auch bei Neuvermietungen ein strenges Reglement herrscht. Gerade über Neuvermietungen haben Vermieter aktuell die Möglichkeit, ihre Mieten an die rasant steigenden Wohnungspreise anzupassen. Das soll nach dem Wunsch der SPD bald ein Ende haben.









