Gerne glaube ich den präsentierten Zahlen, jedoch lagen die Steuereinnahmen im 1. HJ 2009 vermutlich krisenbedingt niedrig (Einbruch?). In der Darstellung bzw. Interpretation wird also durch Weglassen der Vorgeschichte aus einer Erholung ein Boom. Kein besonders seriöser Umgang mit Statistik...
Die weltweite Finanzkrise, die sich zuletzt zu einer gefährlichen Schuldenkrise auswuchs, hat das Interesse an Wohnimmobilien in den vergangenen Monaten enorm angefacht. Das bestätigen nun auch aktuelle Zahlen des Immobilienverband IVD. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Deutschland Wohn- und Gewerbeimmobilien für insgesamt über 69,5 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von rund neun Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009. IVD ermittelte das Transaktionsvolumen auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens. "Die gestiegenen Immobilienumsätze belegen deutlich das gestiegene Interesse an Immobilien als Kapitalanlage", so IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick.
Vor allem die Angst vor einer möglichen Inflation, aber auch die historisch niedrigen Darlehenszinsen und die moderaten Immobilienpreise überzeugen derzeit viele Anleger vom Kauf. "Der Häusermarkt erfreut sich starkem Käuferinteresse", bestätigt Schick. Das Umsatzwachstum der Immobilienverkäufe werde sich mit zeitlichen Verzögerungen auch auf die Preise auswirken", prognostiziert der Experte.
Allerdings zeigen die aktuellen Zahlen auch erhebliche regionale Unterschiede. Während die westdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin ein Plus von 9,8 Prozent bei den Immobilienverkäufen verzeichneten, musste der Osten einen Rückgang des Transaktionsvolumens um 1,7 Prozent hinnehmen.
Umsatzstärkste Bundesländer sind Nordrhein-Westfalen mit 14,13 Milliarden Euro, gefolgt von Bayern (14,02 Milliarden Euro) und Baden-Württemberg (10,38 Milliarden Euro). Gemessen an der prozentualen Veränderung ist aber Thüringen der Spitzenreiter, wo die Umsätze um mehr als 16 Prozent anstiegen, gefolgt von dem Saarland (+16,24 Prozent) und Bayern (+15,92 Prozent). Zweistellige Umsatzzuwächse wurden darüber hinaus in Berlin (+13,71 Prozent), Niedersachsen (+10,84 Prozent) und Baden-Württemberg (+10,10 Prozent) gemessen.
In Hamburg sanken dagegen die Immobilientransaktionen um 7,4 Prozent. Den Rückgang vermuten die Experten in der geringen Neubautätigkeit in der Hansestadt. "Es gibt einfach zu wenige Objekte, die bei den aktuell hohen Preisen ihren Besitzer wechseln", so Jens-Ulrich Kießling, Präsident des IVD. Der höchste prozentuale Umsatzrückgang ist in Sachsen-Anhalt mit fast 21 Prozent festzustellen. "Die Anhebung der Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent auf 4,5 Prozent spielt bei der Erklärung dieses deutlichen Rückgangs eine entscheidende Rolle", so Schick. Höhere Nebenkosten beim Immobilienkauf können zu einer Zurückhaltung bei Investoren führen.
Bundesland |
Volumen in Mrd. Euro |
Veränderungen zum Vorjahr |
|---|---|---|
Baden-Württemberg |
10,38 |
10,10% |
Bayern |
14,02 |
16,00% |
Berlin (gesamt) |
3,53 |
13,80% |
Brandenburg |
1,39 |
-2,80% |
Bremen |
0,56 |
0,10% |
Hamburg |
2,61 |
-7,40% |
Hessen |
5,40 |
0,70% |
Mecklenburg-Vorpommern |
0,97 |
3,50% |
Niedersachsen |
5,14 |
10,90% |
Nordrhein-Westfalen |
14,14 |
0,80% |
Rheinland-Pfalz |
2,70 |
1,20% |
Saarland |
0,64 |
16,30% |
Sachsen |
2,06 |
0,10% |
Sachsen-Anhalt |
0,77 |
-21,00% |
Schleswig-Holstein |
2,64 |
2,10% |
Thüringen |
0,76 |
16,50% |
Insgesamt |
69,46 |
8,70% |
Im ersten Halbjahr 2010, Schätzung auf Grundlage der Grunderwerbsteuereinnahmen; Quelle: IVD








