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30.10.2009
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Manhattan

Stuyvesant Town auf Manhattan.

Teuerster Immobiliendeal der USA vor dem Aus

Es war das exorbitanteste Immobiliengeschäft der Vereinigten Staaten: Über 5 Milliarden Dollar zahlte ein Konsortium für Stuyvesant Town, um bezahlbare Mittelklassewohnungen zu Luxuslofts umzubauen. Nach Kreditverzögerungen und Gerichtsurteilen droht das Projekt zu scheitern - die New Yorker jubilieren. Von David Caruso, New York

Es gilt noch immer als das teuerste Immobiliengeschäft in der Geschichte der USA: Satte 5,4 Milliarden Dollar blätterte ein Konsortium um die New Yorker Unternehmen Tishman Speyer und Blackrock 2006, auf dem Höhepunkt der Immobilienblase für einen riesigen Wohnhauskomplex in Manhattan hin, der als Stuyvesant Town und Peter Cooper Village bekannt ist.

Vielen schien der Preis damals empörend hoch. Doch die Investoren hatten ein Konzept, mit dem sie sich auf der Siegerstraße sahen: Sie wollten die Tausende von mietpreisgebundenen Appartements, in denen vor allem Familien der Mittelschicht in bester Lage zu bezahlbaren Preisen wohnen, in Luxuswohnungen umwandeln und teuer verkaufen. Drei Jahre später ist dieses Vorhaben geplatzt - zur Freude vieler New Yorker Mieter.

Gericht stoppt Mieterhöhungen

Die Bewohner der mehrstöckigen Backsteingebäude haben sich gegen die Pläne der Wohnungseigentümer erfolgreich zur Wehr gesetzt. Die geplanten Umwandlungen gingen langsamer über die Bühne, als von den Investoren erhofft. In der vergangenen Woche schlug sich dann auch noch ein New Yorker Gericht im Streit um geplante Mieterhöhungen auf die Seite der Mieter und machte dem Konsortium einen 200 Millionen Dollar teuren Strich durch die Rechnung.

Immobilienexperten erwarten, dass die Eigentümer wahrscheinlich in den nächsten drei Monaten mit der Rückzahlung ihrer Hypothekenkredite in Höhe von 3 Milliarden Dollar in Verzug geraten. Hinzu kommen noch einmal 1,4 Milliarden Dollar an weiteren Darlehen. Eine Zwangsvollstreckung erscheint wahrscheinlich.

Schon vor dem Urteil des Berufungsgerichts, das von den Mietern angerufen worden war, kamen Ratingfirmen zu dem Ergebnis, dass der Wert des 32 Hektar großen Areals, auf dem rund 25.000 Menschen wohnen, auf nur noch 2 Milliarden Dollar gefallen ist.

Der Durchschnittsamerikaner mag über die Vermessenheit der Investoren und die Schwierigkeiten, die sie jetzt haben, schadenfroh lachen - vor allem wenn er selbst Probleme mit der Finanzierung seines Hauses oder Wohnung hat. Allerdings: Einige der größten Investoren in dem Konsortium sind öffentliche Pensionsfonds, die Geld für den Ruhestand von Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst anlegen. Darunter sind ein Fonds aus Florida, der 250 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt hat, und die zwei größten Fonds in Kalifornien, die mit 600 Millionen Dollar beteiligt sind. Einer davon, der Pensionsfonds der Lehrer, Calpers, hat bereits 100 Millionen Dollar abgeschrieben.

Tishman Speyer, in Deutschland vor allem wegen des Baus des Frankfurter Messeturms bekannt, ist dagegen nur mit 112 Millionen Dollar beteiligt - weniger als zwei Prozent der Kaufsumme.

capital.de, 14:18 Uhr
© 2009 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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