Das geht aus dem Frühjahresgutachten des "Rates der Immobilienweisen" hervor, dem die Forschungsinstitute Bulwien-Gesa, Gfk Geo-Marketing, Empirica sowie der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard angehören. "Die amtlichen Statistiken weisen daraufhin, dass sich das Wohnungsangebot im westdeutschen Mittel analog zur Wohnungsnachfrage entwickelt hat", sagt Empirica-Vorstand Harald Simons. So ist die Zahl der Haushalte in Westdeutschland zwischen 1994 und 2008 um knapp 10 Prozent oder 2,7 Millionen gestiegen. Die Wohnungsfortschreibung der statistischen Ämter weist dagegen einen Anstieg der Wohnungszahl um 14 Prozent oder 3,9 Millionen aus.
Selbst bei einer Korrektur von Ungenauigkeiten der Statistik ergibt sich daraus eine ausgeglichene Wohnungsmarktentwicklung. In die gleiche Richtung deuten auch andere Indikatoren: So zeigt der Leerstand in Westdeutschland seit 2002 einen leichten, kontinuierlichen Anstieg. Zudem sind die Nominalmieten seit 2004 konstant.
Nur in den Metropolen München, Köln, Hamburg und eingeschränkt Frankfurt würde ein weiterer Rückgang der Wohnungsfertigstellung tatsächlich zu einer wachsenden Anspannung auf den Wohnungsmärkten führen.
Für Wohnimmobilienbesitzer hat Immobilienforscher Simons eine gute Nachricht: Nach einem Preisrückgang bei den Wohnimmobilien in den vergangenen Jahren steigen die Preise auf den Märkten wieder an. "2009 dürfte den unteren Wendepunkt des Wohnungsmarktzyklus markiert haben", sagt der Ökonom. Die Wirtschaftskrise habe die Trendwende wohl abgeschwächt, aber nicht verhindert. 2010 rechnet er mit einem Anstieg der Kaufpreise in westdeutschen kreisfreien Städten um 1,5 Prozent. Das wäre eine ähnliche Preissteigerung wie 2009. Zudem würden in den nächsten ein bis zwei Jahren auch die Mieten und Preise in den Landkreisen anziehen.
Auf dem Büroimmobilienmarkt sieht es hingegen düster aus: Die Experten erwarten Rekordleerstände. Ein Rückgang bei den Büroangestellten und einem gleichzeitigen Anstieg der verfügbaren Büroflächen treibt den Leerstand in die Höhe. In den großen Metropolen werden 2010 etwa 8,75 Millionen Quadratmeter ungenutz bleiben - 18,8 Porzent mehr als 2009.








