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11.03.2010
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Immobilieninvestitionen

Mietshäuser bieten höhere Mietrenditen als Wohnungen.
Investor-Artikel

Warum Wohnungseigner die Inflation herbeisehnen

Für viele Immobilienbesitzer können die Börsennachrichten derzeit gar nicht schlecht genug sein. Denn mit jeder Meldung über einen drohenden Wertverfall des Euro und der wachsenden Gefahr einer Inflation steigt die Nachfrage nach Sachwerten wie Immobilien - und das treibt die Preise. Von Richard Haimann

"Vermögende Anleger, die um die Stabilität des Euro fürchten, wollen ihr Kapital sicher in Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser investieren", berichtet Markus Witt, Anlageexperte beim Immobiliendienstleister Grossmann & Berger. "Sachwerte wie Wohnimmobilien sind die Gewinner der unsicheren Lage an den Kapitalmärkten", bestätigt auch Jürgen Michael Schick, Vizepräsident der Maklerorganisation Immobilienverband Deutschland (IVD).

Zinshäuser günstiger als Wohnungen

Der Preisanstieg vielerorts hat dazu geführt, dass die aus den Mieterträgen erzielbaren Renditen entsprechend gefallen sind. "Mehrfamilienhäuser in gutem Zustand und in Toplagen sind so teuer, dass den Käufern nur eine Anfangsrendite von vier Prozent bleibt", sagt Witt. Vor Beginn der Finanzkrise wechselten Zinshäuser noch zu Anfangsrenditen von 4,5 bis 5 Prozent den Besitzer. Objekte in guter Lage würden im Bundesschnitt zu Anfangsrenditen zwischen fünf und sechs Prozent gehandelt, sagt IVD-Vize Schick. In Randlagen lägen die Anfangsrenditen in der breiten Spanne zwischen 5,5 bis 7,5 Prozent.

Bei Eigentumswohnungen seien die Quadratmeterpreise noch höher als bei Zinshäusern, sagt Schick. "Hier ist die Nachfrage größer, weil neben den Kapitalanlegern auch sehr viele Eigennutzer an diesen Objekten interessiert sind." Deshalb lägen die Anfangsrenditen der in Lage und Ausstattung jeweils vergleichbaren Eigentumswohnungen bis zu einen Prozentpunkt unter denen von Zinshäusern.

Neben den höheren Renditen spricht das geringere Risiko für Mehrfamilienhäuser. "Ein Zinshaus bietet viel mehr Sicherheit", sagt Christian von Gottberg, Mitglied der Geschäftsleitung beim Immobiliendienstleister Engel & Völkers. "Zieht der Mieter aus, verliert der Wohnungseigentümer sämtliche Einnahmen, bis ein Nachmieter gefunden ist." Beim Mehrfamilienhaus hingegen blieben ihm die Mieten der übrigen Wohnungen.

Darüber hinaus sind Wohnungsbesitzer bei Investitionsentscheidungen von den Mehrheitsbeschlüssen der Eigentümerversammlung abhängig, gibt Günter Vornholz, Leiter Immobilienresearch der NordLB-Tochter Deutsche Hypo, zu bedenken. "Sind die meisten Eigentümer Selbstnutzer, werden häufig Investitionen beschlossen, die der Verschönerung der Wohnanlage dienen, nicht aber ihren Wert nachhaltig steigern." Die Kapitalanleger unter den Eigentümern müssten diese Kosten mittragen, was ihre Renditen schmälere.

capital.de, 10:15 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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