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02.01.2012
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Immobilienaktien

Investor-Artikel

Comeback der Betongold-Papiere

Viele Immobilienaktien sind derzeit unterbewertet. Doch bevor Anleger jetzt einsteigen, sollten sie vor allem die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen prüfen. Von Stefan Otto

Die Turbulenzen an den Börsen haben in den vergangenen Monaten viele Anleger abgeschreckt und in den Immobilienmarkt getrieben. Doch auch der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung birgt Risiken: Die Risikostreuung ist schwierig, die Nebenkosten sind hoch, und die Anlage ist alles andere als liquide.

Eine Alternative sind Immobilienaktien, nicht zuletzt aufgrund der ihnen zugeschriebenen Schutzfunktion bei drohender Inflation. Unternehmen wie der Wohnungskonzern GSW oder der Bürovermieter Alstria bieten durch hohe Eigenkapitalquoten und stabile Geschäftsmodelle Sicherheit vor der Geldentwertung.

Anleger sollten bei der Aktienauswahl besonders auf die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen achten. Denn je höher der Verschuldungsgrad, desto schwächer der Aktienkurs. Eine weitere wichtige Kennzahl ist der Substanzwert, der Net Asset Value (NAV). Dahinter steckt der Marktwert des Immobilienbestands abzüglich der Schulden. Er wird von Sachverständigen oder den Firmen selbst ermittelt.

Der NAV sollte dem Eigenkapital entsprechen oder zumindest nahe kommen. Derzeit liegt das durchschnittliche Kursniveau deutscher Immobilienaktien um etwa 30 Prozent unter dem NAV. Wenn man daraus schließt, dass der als fair angesehene Wert der Immobilien um knapp ein Drittel unter dem gegenwärtig bilanzierten Wert liegt, dann sind alle Gesellschaften von einer Pleite bedroht, die nicht mehr als 30 Prozent Eigenkapital besitzen. Denn eine Abschreibung auf den fairen Wert würde bei diesen Unternehmen das Eigenkapital vollständig aufzehren. Die alternative Lesart ist, dass die Unternehmen bei fairer Bewertung der Immobilien unterbewertet und die Papiere somit günstig zu haben sind.

Zu den interessanten Werten zählt der Wohnungskonzern GSW. Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist sehr robust gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Trotz sinkender Einwohnerzahlen steigt die Nachfrage nach Wohnraum besonders in den Städten. Davon profitiert GSW, ein wichtiger Immobilienhalter in Berlin. Mit einer Eigenkapitalquote von 40 Prozent ist das Unternehmen sehr solide finanziert. Erst 2016 werden Kredite in nennenswertem Umfang fällig. Rund vier Prozent Dividendenrendite sind ein weiteres Argument, das für die Aktie spricht.

Eine ausgesprochen niedrig bewertete Aktie aus dem Sektor der Gewerbeimmobilien ist das Papier von DIC Asset. Die Aktie kostet momentan weniger als die Hälfte ihres NAV. Wichtigste Gründe dafür dürften das teils unklare Geschäftsmodell, die mit 31 Prozent recht knapp ausfallende Eigenkapitalquote sowie die bevorstehende Rückzahlung von Krediten sein. Ein Viertel der Schulden im Gesamtvolumen von 1,4 Mrd. Euro wird bereits in den kommenden zwei Jahren fällig.

ftd.de, 16:44 Uhr
© 2012 ftd.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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