Für Ulrich Günthner hätte es kaum besser laufen können. 17 Jahre lang hat der ehemalige Unternehmer traumhafte Urlaube auf Mallorca verbracht. Tagsüber hat er im Garten gewühlt, Schwarzkopfadler beobachtet und sich von fangfrischem Fisch ernährt. Jetzt, mit fast 70, will der Rentner seine Ferien lieber in Tirol verbringen und seine Luxusvilla in der Serra de Tramuntana verkaufen. Und der Verkaufserlös wird fortan seine Altersbezüge mehren.
Günthner hat das Schöne mit dem Nützlichen verbunden. Und weil die Börsen als sichere Kapitalanlage immer weniger taugen, tun ihm das immer mehr Deutsche gleich. Sie entscheiden sich bei ihrer Altersvorsorge für ein Haus oder eine Wohnung in einer Urlaubsregion. Fast die Hälfte aller Ferienimmobilienbesitzer sehen in ihrem Domizil eine Kapitalanlage. Das haben der Makler Engel & Völkers und der Ferienhausvermieter Homeaway Fewo-direkt in einer Umfrage ermittelt.
Demnach machen sich rund 62 Prozent der Käufer bereits vor dem Erwerb Gedanken darüber, ob sich Immobilien gut vermieten lassen. "Sie stellen in der heutigen Zeit eine interessante Anlageoption dar, die eine Detailprüfung lohnt", sagt auch Wolfgang Hornbruch, Steuerberater bei Dr. Harzem & Partner in Gummersbach. Wenn ja, ergibt sich neben der Kapitalanlage auch die Möglichkeit einer zusätzlichen Rente.
Grundsätzlich gibt es drei Arten, Ferienimmobilien für die Altersvorsorge zu nutzen. Ein Weg ist die Vermietung. Die sichert laufende Erträge, und die Investitionen lassen sich oft von der Steuer absetzen.
Der zweite Weg: Auf eine Wertsteigerung spekulieren und mit Gewinn verkaufen. Diese Option ist nicht ganz ungefährlich, schließlich können Immobilienmärkte mitunter kräftig einbrechen. Solche Risiken lassen sich jedoch minimieren. Ulrich Günthner hat etwa darauf geachtet, dass seine Villa nahe eines Naturschutzgebiets lag. So war es unwahrscheinlich, dass Apartmentklötze die Gegend verschandeln und den Wert drücken würden.
Die dritte Art, mit einem Feriendomizil vorzusorgen, ist dessen spätere Nutzung als Dauerwohnsitz. Der bisherige Erstwohnsitz wird dann verkauft oder vermietet und dient so der Finanzierung des Lebensunterhalts. Manche vermieten die eigenen vier Wände auch erst und verkaufen dann.
Wer sich ein gut vermietbares Objekt zulegen will, hat auch bei der Finanzierung gute Karten. Der Baufinanzierer BHW beispielsweise rechnet bei der Entscheidung über die Kreditwürdigkeit 75 Prozent der erwarteten Einnahmen als Einkünfte an - allerdings nur bei Objekten im Inland.







