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14.06.2011
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China-Immobilien

Hochhaus in China
Investor-Artikel

Kampf gegen Immobilienblase

Die chinesische Regierung ringt darum, den Markt abzukühlen. Zinserhöhungen verlangsamen bisher aber nur den Preisanstieg am Wohnungsmarkt. Spekulanten setzen zunehmend auf Bürotürme und Hotels. Von Richard Haimann

Die Immobilienblase in China wurde auch im April weiter aufgebläht. Im Schnitt verteuerten sich Wohnungen und Grundstücke in den 100 größten Metropolen des Landes um 0,4 Prozent, ermittelte jetzt die nationale Statistikbehörde. Allerdings hat sich die Marktdynamik damit deutlich verlangsamt. Im vergangenen Jahr waren die Immobilienpreise pro Monat zum Teil noch um mehr als 0,7 Prozent gestiegen.

Die Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Abkühlung des überhitzten Marktes erste Erfolge zeigen. Sie reichen jedoch noch nicht aus, um die Immobilienspekulation zu beenden. "Peking wird weitere dramatische Einschnitte vornehmen", erwartet Mao Daqing, Vizepräsident der China Vanke Company, dem größten Projektentwickler im Land. Seit Oktober hat die Notenbank viermal den Leitzins auf zuletzt 6,31 Prozent angehoben, um die Inflation einzudämmen und die Hypothekendarlehen zur verteuern.

"Die Zentralbank versucht, dem System Liquidität zu entziehen", sagt Xu Biao, Analyst bei der China Merchants Bank. Zudem hat die Regierung die Eigenkapitalanforderungen für Hypothekenkreditnehmer heraufgesetzt und im Januar eine Grundsteuer eingeführt. Bis zu 0,6 Prozent des Immobilienwerts müssen Eigentümer nun pro Jahr an den Fiskus zahlen.

Das rasante Wirtschaftswachstum lässt seit Jahren die Wohnimmobilienmärkte im Reich der Mitte boomen. Immer mehr Angehörige der stetig wachsenden Mittelschicht legen ihr Geld in Eigentumswohnungen an, weil sie den volatilen Aktienmärkten misstrauen. Als Folge sind die Wohnungspreise in den großen Ballungszentren seit 2005 im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr gestiegen.

Finanzsektor in Gefahr

Die meisten Erwerber haben 70 Prozent der Kaufpreise über Kredite finanziert. Bei einem Crash droht deshalb Chinas Bankensystem aus den Fugen zu geraten. Die China Citic Bank hat deshalb angekündigt, die Hypothekenkreditvergabe deutlich einzuschränken. "Wir sehen große Risiken im Immobiliengeschäft", sagt Shi Yuan, Generalmanager der Risikoabteilung des siebtgrößten Immobilienfinanzierers im Land. Marktbeobachter gehen davon aus, dass nun weitere Banken den Kredithahn zudrehen werden.

Damit steige aber das Risiko "einer harten Landung des Immobilienmarkts und der chinesischen Wirtschaft", sagt Adrian Mowat, Chefstratege Asien bei der Investmentbank JP Morgan. Die Regierung dürfe nicht zu schnell die Luft aus der Spekulationsblase weichen lassen, warnt auch die Weltbank in ihrer jüngsten Quartalsstudie: "Ein Schock am Immobilienmarkt würde das Finanzsystem und die Wirtschaft im Land hart treffen."

capital.de, 13:26 Uhr
© 2011 capital.de © Fotos / Illustrationen: AFP/Olli Geibel


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