An den europäischen Büroimmobilienmärkten werden die Mieten und Preise im kommenden Jahr größtenteils stagnieren oder fallen. Zu dieser Einschätzung kommen die Dekabank und die Immobiliengesellschaft IVG in unabhängig voneinander erstellten Prognosen für 2012. Die beiden Jahresausblicke bestätigen die Einschätzung jener Marktforscher und Analysten, die an den europäischen Gewerbeimmobilienmärkten vorerst kaum Wachstumsmöglichkeiten sehen.
"Lediglich in den Zentren der deutschen Bürohochburgen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart sowie in Stockholm ist ein leichter Anstieg der Mieten zu erwarten", sagt IVG-Chefresearcher Thomas Beyerle. Die Dekabank-Analysten prognostizieren für 2012 sogar am deutschen Markt stagnierende Büromieten. Erst von 2013 an werden die Mieten nach ihrer Prognose leicht um 2,5 Prozent zulegen. Ein Einbruch am hiesigen Markt sei aber nicht zu erwarten, sagt Matthias Danne, Immobilienvorstand des Sparkassen-Fondsanbieters. "Der robuste Arbeitsmarkt und das niedrige Neubauvolumen stabilisieren den Markt."
Preissteigerungen seien weder in Deutschland noch in Schweden zu erwarten, sagt Beyerle. "Solange die Euro-Krise anhält, werden Investoren wegen der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung eher auf Käufe verzichten, als Abstriche bei den Renditen hinzunehmen." Gegenwärtig würden Büroobjekte in den deutschen Metropolen zu Preisen gehandelt, die Käufern aus den Mieterträgen eine Anfangsrendite von fünf Prozent bringen könnten. In Stockholm betrage die Anfangsrendite 4,75 Prozent.
Skeptisch sehen die Experten von Dekabank und IVG die südeuropäischen Büromärkte. "Diese Märkte sind von der Finanzkrise am stärksten betroffen", sagt Danne. "Die Sparprogramme der Regierungen in Italien, Portugal und Spanien werden die Konjunktur dämpfen", sagt Beyerle. Unternehmen würden Mitarbeiter entlassen und Büroflächen freisetzen. "In Madrid, Mailand und Lissabon werden deshalb 2012 die Büromieten tendenziell sinken und die Immobilienpreise weiter fallen", sagt Beyerle. In Lissabon würden Bürogebäude zwar bereits zu Anfangsrendite von 7,5 Prozent gehandelt. Dennoch setzten Investoren darauf, dass die Objekte noch billiger werden. Auch für London fällt die IVG-Prognose verhalten aus. Immer mehr Banken entlassen Mitarbeiter. "Das bringt die Preise von Büroobjekten in den Nebenlagen der City und im Westend unter Druck", sagt Beyerle.






