Der deutsche Markt für Gewerbeimmobilien erholt sich nur langsam von der Krise. Experten rechnen daher auch für 2010 mit einem schwierigen Jahr. "Die Krise ist noch nicht ausgestanden, vor allem, wenn der Druck auf die Miethöhe anhält und die Leerstände weiter steigen", sagt Christian Schulz-Wulkow, Partner der Immobilienberater von Ernst & Young Real Estate.
Meist erreichen die Folgen einer Wirtschaftskrise den Immobilienmarkt erst mit Verspätung. Wichtigster Grund: Gewerbliche Mietverträge laufen mehrere Jahre. Auch Ulrich Höller, Chef der börsennotierten Frankfurter Büroimmobiliengesellschaft DIC, ist skeptisch: "2010 gehen wir weiterhin von einem schwierigen Vermietungsumfeld aus." Gute Kaufchancen sieht er erst wieder ab dem zweiten Halbjahr, verstärkt aber sogar erst ab 2011.
2009 wurden in Deutschland so wenige Gewerbeimmobilien verkauft wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung Ende der 90er-Jahre. Im Vergleich zum ebenfalls schon schwachen Vorjahr halbierte sich das Transaktionsvolumen nochmals. Für das Gesamtjahr 2009 rechnen Maklerhäuser mit einem Verkaufsvolumen von etwa 10 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 2007 wechselten in Deutschland Objekte für knapp 60 Milliarden Euro den Besitzer. 2010 könnte das Volumen immerhin wieder auf bis zu 20 Milliarden Euro anschwellen, hofft zumindest der Immobiliendienstleister Catella.
Bei Investoren begehrter als Büroimmobilien waren 2009 Wohnungen, auch wenn ebenfalls weniger verkauft wurden als zuvor. Anders als zuletzt waren es jedoch weniger die Ausländer, die sich deutsche Wohnungen kauften, sondern vielmehr deutsche Interessenten mit reichlich Eigenkapital. Sie suchen Wohnungen als stabilen Renditebringer in schwierigen Zeiten.







