Betongold
Nach Einschätzung des Maklerverbands IVD werden die Mieten und Wohnungspreise in den meisten Großstädten aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum auch im kommenden Jahr weiter steigen: "Wir rechnen im Bundesdurchschnitt auch 2013 mit Preisanstiegen leicht oberhalb der Inflationsrate", erklärt Jürgen Michael Schick, IVD-Vizepräsident. Allerdings glaubt Schick auch, dass sich das Miet- und Preiswachstum im Jahresverlauf allmählich verlangsamen wird. "Derart starke Preis- und Mietsteigerungen, wie wir sie 2011 und 2012 in den besonders begehrten Wohnlagen vieler Großstädte und Ballungsräume erlebt haben, werden im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich nicht mehr oder nur noch vereinzelt auftreten", prognostiziert Schick. 2012 waren die Preise für Wohnimmobilien im Bundesdurchschnitt zwar nur um rund drei Prozent gestiegen, in den Metropolen fielen die Preissteigerungen jedoch teils deutlich höher aus. Auch bei den Mieten geht Schick für 2013 in den Großstädten von weiteren Preissteigerungen aus.
Von einem Aufwärtstrend bei Preisen und Mieten ist auch Michael Kiefer, Chefanalyst beim Onlineportal Immobilienscout24 überzeugt. Allerdings weist er darauf hin, dass die Preise in vielen Ballungsräumen derzeit stärker steigen als die Mieten. Nach Daten der Ratingagentur Feri beschränkt sich dieses Phänomen nicht mehr auf Topstandorte wie München, Hamburg, Frankfurt oder Köln. Auch in Mittel- und Unistädten wie Münster, Heidelberg oder Freiburg kletterten die Kaufpreise in den vergangenen fünf Jahren stärker als die Mieten. Das drückt auf die Rendite, die Eigentumswohnungen und Zinshäuser ihren Besitzern bringen. Auch die Bundesbank hatte jüngst davor gewarnt, sich beim Hauskauf nicht übermäßig zu verschulden, nur weil man mit steigenden Preisen rechne.
Der IVD weist zudem aber auch auf rechtliche Änderungen hin, die für Besitzer von Mietimmobilien 2013 zu Tragen kommen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrats kommt im Frühjahr das Mietrechtsänderungsgesetz. Das soll unter anderem die energetische Sanierung von Wohngebäuden erleichtern. So sollen energetische Sanierungen beispielsweise künftig für einen Zeitraum von drei Monaten nicht mehr zu einer Mietminderung führen. Das gilt jedoch nur dann, wenn der Vermieter durch die Sanierung tatsächlich Kosten sparen kann. Gerade für Privatleute, die nur eine geringe Zahl an Mietobjekten betreffen, ist das also von Vorteil. Gleichzeitig gibt das Gesetz Bundesländern jedoch die Möglichkeit, die Mietpreissteigerungen stärker als bisher zu deckeln.
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