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28.07.2010

Photovoltaikboom

Investor-Artikel

Deutsche reißen sich um Solarstromanlagen

Überall hierzulande werden die Dächer mit Sonnenergieanlagen zugepflastert. Die Nachfrage nach Solarstrom ist so stark, dass sie selbst die Bundesnetzagentur überrascht. Von Michael Gassmann

"Wir verzeichnen in den letzten Wochen eine Flut von Datenmeldungen", sagte Agentur-Präsident Matthias Kurth am Dienstag. Allein im Juni seien nach vorläufigen Zahlen Solarpaneele mit einer Kapazität von fast 1700 Megawatt auf Deutschlands Dächern installiert worden - etwa so viel wie in den ersten fünf Monaten 2010 zusammen.

Durch die Absenkung der Einspeisevergütung von gut 0,39 auf 0,34 Euro je Kilowattstunde ist es offenbar zu einer regelrechten Torschlusspanik gekommen. Seit anderthalb Jahren erfasst die Netzagentur neue Anlagen und legt anhand der Daten die künftige Vergütung fest. Damit will die Politik verhindern, dass Solarstrom zu stark gefördert wird, da die Anlagen effizienter werden. Die Kosten der Umlage tragen die Stromverbraucher.

Mit dem Solarboom zeichnet sich ab, dass die Vergütung im kommenden Jahr an den unteren Rand der vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Förderspanne gerät, sagte ein Sprecher der Netzagentur. Die Vergütung sinkt damit voraussichtlich unter 0,29 Euro je Kilowattstunde. Für 2012 sind weitere Absenkungen vorgesehen.

Billiganbieter erobern Marktanteile

Der deutsche Markt wächst dennoch. Der Bundesverband Solarwirtschaft geht davon aus, dass im Gesamtjahr 2010 Solarpaneele mit einer Leistung von knapp 6000 Megawatt verkauft werden, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei erobern Billiganbieter, etwa aus China, zunehmend Marktanteile. Der Druck auf die deutschen Hersteller steige, so Verbandschef Carsten Körnig: "Es kann zu Ausweichreaktionen kommen, etwa Produktionsverlagerung ins Ausland, Forschungskooperationen oder Fusionen."

Solarstrom ist die unwirtschaftlichste Variante der Erzeugung von erneuerbarer Energie. 2009 erhielten die Betreiber mit 2,2 Milliarden Euro etwa ein Viertel aller Einspeisevergütungen. Dafür lieferten sie lediglich sechs Prozent der Strommenge aus erneuerbaren Quellen. 57 Prozent stammten aus Windkraftwerken, deren Betreiber 39 Prozent der Einspeisevergütung kassierten.

capital.de, 09:52 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


Was die Leser sagen

Andreas
26.08.2010 | 23:06
Die Kosten der Umlage...

Immer wieder gerne gelesen: "Die Kosten der Umlage tragen die Stromverbraucher." Aber Öko-Strom ist Ihnen zu teuer? Dann sollten Sie sich nicht nur den offiziellen Strompreis pro Kilowattstunde Ihres traditionellen Stromversorgers anschauen, sondern auch die versteckten Kosten berücksichtigen. Denn ob Sie es wollen oder nicht: Sie beteiligen sich mit Ihren Steuern zusätzlich an den Schutzmaßnahmen beim Atomstrom. Lt. von Greenpeace beauftragter studie kostete uns (die Bürger) die Nutzung von Atomenergie mindestens 165 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln.
Die Sonne jedenfalls müssen wir nicht in löchrigen Salzstöcken verstecken...

(Kommentare 1-1 von 1)

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