Viele Hauseigentümer sehe sich vielen Interessen, die sich auf Klimaschutz-Investitionen berufen, ausgesetzt:
1. Die Banken wollen Kredite verkaufen.
2. das Ausbaugewerbe Dämmung und teure Haustechnik
3. Die veröffentlichte Meinung will das Klima retten?! - Nur so einfach geht das nicht, weil zu komplex und es eben nicht ausreicht CO2 als Sünder auszugrenzen.
Jeder Hauseigentüber sollte sich daher fragen: Ist mein Haus überhaupt sanierungswürdig? Das ist es nur dann, 1. wenn die Hüllflächen des Hauses im bauphysikalischen einwandfrei in Takt sind. - Also keine Feuchte, auch im Kellerbereich vorhanden ist.
2. ist auch die Frage zu stellen,können die meist älteren Eigentümer überhaupt noch die "Ernte" einfahren?
3. Verstehen die Eigentümer überhaupt die komplexe Regeltechnik von technischer Gebäudeausrüstung? Da verbreiten selbst Verbrauchzentralen nur halbe Wahrheiten!
Die offziellen Förderprogramme lenken knappe Mittel oft in die falsche Maßnahme. - Photovoltaik - teuer, wenig effizient, sieht aber auf dem Dach schön aus! Regeltechnische Maßnahmen und Verbesserung der Haustechnik sind meistens viel günstiger, aber die steht im Keller - und keiner sieht sie.
"Eine grundlegende energetische Sanierung beginnt bei 70.000 Euro", erklärt der Bausachverständige und Chef des Verbandes Privater Bauherren (VPB) Thomas Penningh. Genau dafür hätten Immobilienbesitzer nicht genug Geld. "Da helfen auch die staatlichen Zuschüsse nichts, denn die werden erst gewährt, wenn die Sanierung des Altbaus noch über den ohnehin schon strengen Standard der Energieeinsparverordnung EnEV 2009 hinausgeht", sagt Penningh
Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) zum 1. Oktober 2009 hatte der Gesetzgeber die Zügel abermals straffer gezogen. Danach müssen Neubauten noch einmal 30 Prozent weniger Primärenergie verbrauchen als bislang zulässig. Die geänderte Energieeinsparverordnung betrifft aber auch Bestandsbauten. So gilt das Einsparziel von 30 Prozent selbst für aufwendige Sanierungen. Anders als bei Neubauten bezieht sich der Richtwert aber nicht auf die Energiebilanz des gesamten Gebäudes, sondern nur auf den energetischen Wert des einzelnen Bauteils. Wer etwa sämtliche Fenster austauscht, muss solche verwenden, die eine um 30 Prozent bessere Isolierleistung haben als bislang mindestens vorgeschrieben.
Penningh kommentiert weiter: "Der private Hausbesitzer ist zwar nicht arm, aber er hat nicht genügend Geld, um die vom Gesetzgeber geforderte energetische Sanierung des Altbaubestands alleine zu stemmen."
Im Auftrag des VPB hatte das Institut Privater Bauherren Haus- und Wohnungseigentümer nach ihren Instandhaltungsrücklagen gefragt, ferner nach dem für die Immobilie frei verfügbaren Einkommen und nach den aktuellen Sanierungs- und Bauwünschen. Danach hat knapp die Hälfte aller befragten Immobilieneigner (48,21 Prozent) bis zu 5.000 Euro für die Instandhaltung ihrer Immobilie auf der hohen Kante. Rund ein Drittel (31,28 Prozent) hat stattliche 5.000 bis 20.000 Euro in Reserve, 5,64 Prozent sogar noch mehr. 14,87 Prozent der Befragten haben allerdings gar kein Geld zurückgelegt.
Laut einer Untersuchung der LBS stecken neue Besitzer schon heute durchschnittlich 37.000 Euro in die Modernisierung eines gebrauchten Hauses, bei einer Wohnung sind es 16.000 Euro. "Mit Abstand häufigste Motivation ist dabei inzwischen die Senkung der Energiekosten", sagt LBS-Immobilienexperte Dr. Christian Schröder. Bei keiner kompletten energetischen Sanierung für ein freistehendes Einfamillienhaus rechnet die LBS aber auch mit ähnlichen Kosten wie der VPB: So kostet laut LBS eine Dachdämmung im Schnitt 15.000 Euro, eine Fassandämmung für ein 130 Quadratmeter großes Einfamilienhaus schlägt mit abermals 15.000 Euro bis 25.000 Euro zu Buche und die Sanierung der Heizung und Fenster summiert sich auf bis zu 30.000 Euro.
Die verschärften Energieeinsparverordnungen haben aber auch bei der KfW Bankengruppe zu einem Förderboom geführt. 2009 wurden so viele Förderkredite für energieeffizientes Bauen und Sanieren gebilligt wie noch nie seit Start der Programme im Jahr 2001. Bis Ende November summierte sich das Fördervolumen auf über 8 Milliarden Euro. Die KfW vergab damit über 200.000 Kredite und Zuschüsse. Mit fast 550.000 geförderten Wohnungen wurden laut KfW Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz von 17 Milliarden Euro angestoßen.
Auch ohne die verschärften Energieeinsparverordnungen ist laut des Eigentümerverband Haus & Grund die Mehrzahl der deutschen Eigenheimbesitzer schon heute hoch verschuldet. Im Durchschnitt liegt die Restschuld bei selbstgenutzten Wohnimmobilien bei rund 101.000 Euro, was einem Verschuldungsgrad - gemessen am Verkehrswert der Immobilien - von rund 42 Prozent entspricht. Das geht aus aktuellen Berechnungen der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund auf Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes hervor. Der durchschnittliche Verkehrswert der Immobilien beträgt demzufolge 242.000 Euro. Über 30 Prozent der Eigentümer hätten sogar Verbindlichkeiten bis zu bis 250.000 Euro, berichtet der Eigentümerverband Haus & Grund.
Der Verband der privaten Bauherren sieht angesichts der steigenden Anforderungen daher Handlungsbedarf. "Deutschlands Hausbesitzer und private Bauherren sind hoch motiviert. Sie möchten energetisch sanieren - brauchen aber staatliche Unterstützung, um auch in Zukunft ihren Teil zum Klimaschutz beitragen zu können", sagt VPB-Verbandschef Penningh. "Bauherren können die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung nicht alleine erreichen."
capital.de, 11:55 Uhr
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