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19.08.2010

Budgetkürzungen

Investor-Artikel

KfW streicht Kredite für energetische Sanierung

Hausbesitzer, die den Einbau neuer Fenster oder einer energiesparenden Heizungsanlage planen, müssen sich beeilen. Ende August stellt die KfW einige ihrer Förderprogramme ein. Immobilienverbände warnen: Das könnte lediglich ein Vorgeschmack auf 2011 sein. Von Nikolaus von Raggamby

Die staatliche Förderbank KfW streicht zu Ende August eine Reihe von Förderprogrammen zur energetischen Sanierung. So fällt beispielsweise das KfW-Programm mit der Nummer 152 weg, welches energetische Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fensteraustausch mit zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen fördert.

Pro Wohneinheit konnten bisher zinsgünstige Hypothekenkredite bis zu 50.000 Euro beantragt werden oder alternativ Zuschüsse bis zu 2.500 Euro. Die KfW weist aber darauf hin, dass Einzelmaßnahmen weiterhin über das Wohnraummodernisierungsprogramm (141) unterstützt werden. Allerdings liegt hier der effektive Zinssatz bei einem Kredit mit zehnjähriger Zinsbindung rund 0,8 Prozent höher als bei dem bisherigen Förderprogramm.

Daneben kürzt die KfW das Programm 430 um die Förderung der Einzelmaßnahmen. Der Zuschuss für eine umfassende Sanierung, die Wohneigentum zum KfW-Effizienzhaus macht, bleibt erhalten. Ebenfalls nicht mehr angeboten wird das Programm 431, was unter anderem den Abbau von Nachtstromspeicherheizungen oder den Einbau von effizienten Heizungspumpen bezuschusste. Die KfW begründet die Förderkappung mit der hohen Nachfrage nach zinsgünstigen Krediten bei gleichzeitig knappen Haushaltsmitteln. Diese wurden von zwei Mrd. Euro im vergangenen Jahr auf 1,3 Mrd. Euro für 2010 reduziert.

Vorgeschmack auf 2011?

Heftige Kritik an den Kürzungen der KfW-Förderung kommt von der Immobilienwirtschaft. "Die KfW-Förderung ist die entscheidende Basis zur Umsetzung zukunftsweisender energetischer Standards in Wohngebäuden. Ohne Fördermittel ist im vermieteten Gebäudebestand eine Umsetzung der politischen Klimaschutzziele wirtschaftlich nicht möglich", erklärte Jens-Ulrich Kießling, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des Immobilienverbandes IVD. Es sei absurd, dass gerade besonders stark nachgefragte und damit hocheffektive Programme wie die Sonderförderung der Optimierung von Heizungsanlagen eingestellt würden.

"Es ist zu befürchten, dass die aktuelle Zinserhöhung und die Abschaffung bewährter Förderprogramme lediglich einen Vorgeschmack auf 2011 geben. Die für kommendes Jahr eingeplanten Mittel belaufen sich aufgrund der drastischen Kürzungspläne der Bundesregierung gerade einmal auf 450 Mio. Euro", so Kießling. Das entspräche gerade einmal rund einem Drittel der diesjährigen Fördermittel. Spätestens dann sei mit dramatisch sinkenden Sanierungsquoten zu rechnen.

Das ändert sich bei KfW-Förderung für energetische Sanierung

Programm

Was sich ändert

Energieeffizient Sanieren / Programm Nr. 152 (Förderung von Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fensteraustausch)

Einstellung der Förderung zum 31. August. Alternativ können Förderung zu Einzelmaßnahmen im Programm "Wohnraum Modernisieren" (141) zu den dort geltenden Programmbestimmungen beantragt werden.

Energieeffizient Sanieren / Programm Nr. 430 (u.a. Förderung einer umfassenden Sanierung, die Ihr Wohneigentum zum KfW-Effizienzhaus macht)

bleibt erhalten, aber Einzelmaßnahmen werden nicht mehr bezuschusst

Energieeffizient Sanieren / Programm-Nr. 431 (Förderung von Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung und Abbau von Nachtstromspeicherheizungen)

Einstellung der Förderung zum 31. August. Allerdings bleibt die Förderung der qualifizierten Baubegleitung bei Sanierungsmaßnahmen erhalten

capital.de, 09:38 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: dpa


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