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29.07.2010

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Investor-Artikel

Forward-Darlehen für Anfänger

Bereits heute das Darlehen für den Hausbau in zwei Jahren sichern. Was nach einem frommen Wunsch oder nach einem vollmundigen Werbeversprechen klingt, wird nun Wirklichkeit. Von Markus Hinterberger

Der Baugeld-Vermittler Hypothekendiscount bietet gemeinsam mit der Universa Versicherung ein Forward-Darlehen für Erstfinanzierer an. Zielgruppe sind all jene, die erst in ein paar Jahren finanzieren wollen.

Das Angebot klingt verlockend, wer im Frühjahr 2012 mit einem 15-Jahres-Darlehen finanzieren will, zahlt aktuell knapp unter vier Prozent. Der längste Forward-Zeitraum beträgt 24 Monate, die ersten 16 Monate des Forwards sind gratis.

Zum Vergleich: Für alle, die direkt finanzieren wollen, kosten die billigsten Darlehen mit gleicher Zinsbindung etwa 3,6 Prozent. Vor einigen Jahren hatte die Hannoversche Leben ein ähnliches Angebot am Markt. Hier konnnten die Kunden unter bestimmten Umständen den Kredit am Ende der Forwardfrist ablehnen. Beim neuen Angebot wird eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, wenn der Kunde den Kredit nicht annimmt.

Bislang gab es Forwards nur zur Anschlussfinanzierung. Mit den speziellen Darlehen kann ein besonders niedriger Zins schon Jahre im Voraus gesichert und wenn die alte Zinsbindung zu Ende ist, abgerufen werden. Der längste Forwardzeitraum beträgt fünf Jahre, wobei bei den meisten Anbietern inzwischen die ersten zwölf Monate kostenlos sind.

Die Monate danach lassen sich die Anbieter bezahlen, in dem sie einen monatlichen Aufschlag erheben. Kunden, deren Forward trotz Aufschlägen zum Zeitpunkt, zu dem sie das Darlehen brauchen, günstiger ist als ein vergleichbares Darlehen haben ein gutes Geschäft gemacht.

Fazit: Nichts überstürzen

Doch der Schuss kann auch nach hinten los gehen. Die Statistiken der Kreditplattform Europace zeigen, dass gerade wenn die Aufschläge besonders niedrig sind, viele Menschen zum Forward greifen. „Ein Fehler“, wie Max Herbst von der FMH Finanzberatung meint. Denn je niedriger das Aufgeld, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Zinsen tatsächlich steigen.

Momentan liegen Forwardaufschläge zwischen monatlich 0,01 und 0,02 Prozentpunkten, was vergleichsweise niedrig ist. Der Umkehrschluss könnte also lauten die Zinsen steigen vorerst einmal nicht. Dennoch rät Herbst allen Kunden, die mit einem Forward-Darlehen liebäugeln, bereit zu sein und sich bereits heut zu informieren, welcher Anbieter, den für ihre Situation günstigsten Zins hat. Wenn die Zinsen dann tatsächlich steigen, gelte es schnell zuzuschlagen.

capital.de, 10:23 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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