Der Aufwärtstrend am Wohnimmobilienmarkt hält an. Im vierten Quartal 2011 sind die Angebotspreise auf dem Portal Immobilienscout24 erneut deutlich gestiegen. Insbesondere Bestandsimmobilien werden demnach immer teurer. Die Preise von Neubauhäusern stagnieren, liegen aber deutlich über denen des Vorjahrs.
"Die Angebotskurve zeigt in den deutschen Metropolen kontinuierlich nach oben", sagt Michael Kiefer, Leiter der Immobilienbewertung des Onlineanbieters. Ein Ende des Booms sei nicht in Sicht, weil in Zeiten unsicherer Finanz- und Aktienmärkte stetig in- und ausländische Investoren in den deutschen Markt drängen.
Besonders aktiv sind institutionelle Investoren wie Immobilienaktiengesellschaften, Fonds und Banken. Bis Mitte Dezember engagierten sie sich mit fast 4,4 Mrd. Euro.
"Insgesamt wurden mit rund 150.000 fast dreimal so viele Wohneinheiten gehandelt wie im Vorjahr", sagt Malte Maurer, Leiter Residential Investment Jones Lang LaSalle Deutschland. Der starke Anstieg des Transaktionsvolumens bestätige den Trend der Investition in Sachwerte.
Für Privatanleger kann sich dieser Trend zum Eigenheim als riskant erweisen. Der Direktkauf einer Immobilie birgt ein Klumpenrisiko - wenn der Käufer sie nicht selbst nutzt, drohen zudem Mieterrisiken. Wer von dem Investitionsboom profitieren möchte, aber eine täglich liquide Anlage sucht, dem bleibt meist nur der Einstieg über Immobilienaktien, da offene Immobilienfonds zumeist nicht in Wohnimmobilien investieren.
Zu den interessanten Immobilienwerten gehört der Wohnungskonzern GSW. Das Berliner Unternehmen hat im November 2011 seine Neun-Monats-Zahlen präsentiert, wonach der Net Asset Value (NAV) pro Aktie mit 28,20 Euro knapp 5,50 Euro über dem derzeitigen Kursniveau liegt. Der NAV beschreibt den Marktwert des Immobilienbestands abzüglich der Schulden. Zudem konnte die GSW die Eigenkapitalquote auf über 40 Prozent steigern.
Neben der Ausstattung mit Eigenkapital sollten Anleger bei der Bewertung von Immobilienfirmen vor allem darauf achten, ob eine Rückzahlung von Krediten in nennenswertem Umfang bevorsteht. Hinter der Refinanzierung dieser Kredite stehen durch die Finanzkrise zurzeit größere Fragezeichen. Sie ist momentan besonders schwierig, da die Bankenfinanzierung durch höhere Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute teurer geworden ist.
Auch Papiere der Deutschen Wohnen gelten vielen Analysten als vielversprechend. Denn das Unternehmen hält derzeit ausreichend Liquidität vor, um eine aktive Rolle am Markt zu spielen. Dem Vernehmen nach stehen derzeit rund 500 Mio. Euro für Zukäufe zur Verfügung. "Mit den Einnahmen aus der Ende November abgeschlossenen Kapitalerhöhung dürfte Deutsche Wohnen nicht nur zukünftigen Investitionen dienen, sondern auch die Verschuldung abbauen", heißt es bei den Analysten der Bank of America Merrill Lynch.






