Mieten und Wohnungspreise werden in den meisten deutschen Städten nach einer aktuellen Studie weiter steigen. In Berlin, Hamburg, München und Frankfurt ziehen die Kaufpreise inzwischen sogar kräftiger an als die Mieten, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch mit. Für die Studie wurden auf Basis von Immobilienanzeigen im Internet Preis- und Mietentwicklung in 25 Großstädten untersucht.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Ratingagentur Feri unter professionellen Investoren. Demnach räumt ein Großteil der Profianleger Wohnimmobilien in den kommenden Jahren im Vergleich mit anderen Nutzungsarten die besten Chancen auf Wertsteigerungen ein. Rund 38 Prozent der institutionellen Anleger gehen in Deutschland in den nächsten drei Jahren von steigenden Preisen bei Wohnimmobilien aus. Gerade mal knapp 16 Prozent glauben für den gleichen Zeitraum an Preissteigerungen bei Einzelhandelsobjekten, bei Büros sind es nur zehn Prozent. Von den befragten Profiinvestoren planen 26 Prozent, ihr Engagement bei Wohnimmobilien auszubauen.
Obwohl Profianleger wie Versicherer und Versorgungswerke in anderen Größenordnungen investieren als Privatanleger, plagt beide Gruppen in Deutschland mittlerweile ein ähnliches Problem. Denn die Preise sind bereits stark gestiegen, weil Objekte in begehrten Lagen schwer zu finden sind. Allein im vergangenen Jahr haben die Preise für deutsche Wohnimmobilien im Schnitt um drei Prozent angezogen, in den Metropolregionen war es jedoch deutlich mehr.
Zwar sehen die Analysten von Feri in dieser Entwicklung noch keine flächendeckende Immobilienblase. "Lokale Übertreibungen sind jedoch möglich und können sich als Renditefalle erweisen", schreiben sie in einer aktuellen Analyse. Denn da die Einstiegspreise in Städten wie München, Düsseldorf oder Hamburg mittlerweile so hoch sind, die Mieten jedoch nicht zwangsläufig in gleichem Maße nach oben gehen, ist die erzielbare Rendite aus Wohnobjekten zuletzt mager geworden. Für eine profitable Gesamtrendite bräuchte es ein Mietsteigerungspotenzial, das mittlerweile schwer zu erzielen sei, lautet das Urteil der Feri-Analysten.
Neben den Metropolen sind nach Daten von Feri auch Universitätsstädte heiß umkämpft bei Immobilienkäufern. So verzeichnen mittlerweile Städte wie Münster, Oldenburg, Freiburg oder Darmstadt ebenfalls deutliche Preiserhöhungen, während die Bestandsmieten in den Städten in einem deutlich geringeren Maß zunehmen.







