Die sog. Sanierungen sind nicht nur unwirtschaftlich, sie sind vor allem bauphysikalische Verbrechen, die deshalb in etlichen US-Staaten mittlerweile verboten wurden. Wie so viele Öko-Programme bedeutet auch die Über-Dämmung einen Angriff auf Hygiene und Gesundheit. So wie die Ratten von der Mülltrennung profitiert der Schimmel vom Styroporwahn.
Die Deutsche Energie-Agentur Dena schätzt, dass im ersten Halbjahr 2011 die energetischen Gebäudesanierungen im Vergleich zu 2010 um die Hälfte zurückgegangen sind. Eine Ursache dafür sei der monatelange Streit um Steuererleichterungen, der Hausbesitzer vor Investitionen zurückschrecken lasse, hieß es. "Die Hausbesitzer sind extrem verunsichert", sagte Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Ein weiterer Grund sei, dass die Förderprogramme für die Sanierungen nicht ausreichten.
Die betroffene hoch effiziente Sanierung ist wichtiger Bestandteil der Energiewende. Der Bundesrat blockiert aber derzeit einen Kabinettsbeschluss, der eine steuerliche Absetzbarkeit von Kosten für energetische Gebäudesanierung über zehn Jahre vorsieht.
Die Dena forderte die Bundesregierung auf, den Vermittlungsausschuss anzurufen, um den Konflikt mit den Ländern schnell beizulegen. Die Steuererleichterungen müssten auch auf Teilsanierungen ausgedehnt und das Volumen der Förderprogramme auf 5 Mrd. Euro erhöht werden. Derzeit plant die Regierung für 2012 hier 1,5 Mrd. Euro ein.
Die Förderbank KfW sieht zwar ebenfalls einen deutlichen Rückgang der Sanierungen: Sie finanzierte im ersten Halbjahr 2010 200.000 Wohneinheiten mit - 2011 waren es 70.000. Es handele sich dabei aber um Vorzieheffekte, nicht um wachsende Zurückhaltung, hieß es. Viele Sanierungen seien 2010 in Hinblick auf Änderungen bei Förderprogrammen vorverlegt worden, sagte KfW-Abteilungsdirektor Markus Schönborn. Er sieht deshalb keinen Trend für eine Abkehr von energetischer Gebäudesanierung: "Im Moment sind die Bedingungen sehr attraktiv, die Nachfrage wird wieder zunehmen."
Die halbstaatliche Dena beharrt dagegen auf dem Zusammenhang mit dem Streit um Steuererleichterungen und macht weiter Druck auf Bundesregierung und die Länder. Die im Bundesrat umstrittenen Steuerpläne waren im Juni vom Kabinett beschlossen worden.
capital.de, 09:16 Uhr
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Was die Leser sagen
Die große Mehrheit der Bevölkerung besitzt mehr Realitätssinn als die Schönredner und Schaumschläger auf der politischen Bühne. Was nutzt mir die beste Gebäudesanierung, wenn ich 150 Jahre alt werden müßte um die Früchte meiner Investitionen auch wirklich ernten zu können. Auch wenn es die notorischen Realitätsverweigerer in Bundestag und anderen Parlamenten, in den Ministerien und in der Dena nicht wahrhaben wollen: Die energetische Gebäudesanierung ist ein reines Zuschußgeschäft für den Eigentümer. Worin liegt dann aber die Berechtigung des Verlangens, dass dieser alle Kosten alleine tragen soll ? Profitieren etwa nicht alle an sauberer Luft und einem geschützten Klima? Dann müssen auch alle ihren finanziellen Beitrag dazu leisten!
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