Eine Studie des spanischen Immobilienportals hogaria.net belegt den Preiszuwachs bei Immobilien auf Mallorca und Ibiza, die ohnehin zu den teuersten Flecken Europas zählen. Der gegenteilige Trend lässt sich auf dem Festland beobachten, wo die Nachfrage derzeit einbricht: In den Metropolen Barcelona und Madrid sinken gemäß offizieller Statistiken die Preise um etwa zwei Prozent.
Steigende Leitzinsen machen den Spaniern bei variabel verzinsbaren Hypothekenkrediten immer mehr zu schaffen. „Auf den Balearen hingegen kaufen zu 70 Prozent reiche Ausländer, die weder von der Finanzkrise, noch von hohen Leitzinsen betroffen sind“, so der dort größte Immobilienmakler, Matthias Kühn. Auch Bau- und Korruptionsskandale, wie im mallorquinischen Andratx, und neue, striktere Bauvorschriften trüben die Stimmung der Immobilienkäufer kaum. Vor allem russische Multimillionäre drängen auf den Markt und treiben die Preise, mit zum Teil fragwürdigen Geschäften, nach oben.
Die Krisenfestigkeit Ibizas verwundert in Anbetracht der hier geringen Investitionen in Straßen, Häuser sowie Hotels. Die Durchschnittspreise für Gebrauchtimmobilien liegen hier am höchsten: Gemäß der Studie von hogaria.net ist Sant Josep de Sa Talaia (San José) mit 4628 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt der Balearen, Santa Eulalia etwa liegt mit 3477 Euro Quadratmeterpreis knapp dahinter.
Nach der Krise Anfang 2000 liegen die Balearen wieder im Trend. IET, das spanische Institut für touristische Studien, prognostiziert für 2008 Wachstumszahlen bei den ausländischen Gästen von knapp fünf Prozent, so viel wie in keiner anderen Region des Landes. Mallorca bleibt dabei die Hauptattkraktion, aber auch Menorca und Formentera gewinnen hinzu. Die in Bezug auf Immobilien teuerste Stadt Mallorcas ist gemäß der hogaria-net-Studie Alcúdia. Hier kostet der Quadratmeter bei Gebrauchtimmobilien durchschnittlich
2540 Euro. Palma, wo viele Einheimische leben, ist die einzige große Stadt der Balearen, in der die Preise fallen, allein zwischen April und Mai sanken sie mehr als drei Prozent.








