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05.02.2009

Auslandsimmobilien

Der Immobilienmarkt in Australien

Auch wenn mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in den Großstädten entlang der Küste leben: Australien ist nicht gleich Australien. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Regionen, vom tropisch feuchten Norden, über die grüne Ostküste bis zum roten Outback. Wo der Immobilienkauf wirklich lohnt. Von Dorothee Schwarz

Der Wohnungsmarkt 2007

Bis 2007 wuchs der Immobilienmarkt Australiens kontinuierlich. So stiegen die Hauspreise zwischen 2000 und 2005 durchschnittlich um 70 Prozent. Bei einer Vergleichanalyse zum Hauserwerb in mehr als 200 Immobilienmärkten in den USA, Kanada, dem Vereinigten Königreich, Irland, Australien und Neuseeland, die das amerikanische Beratungsunternehmen Wendell Cox Consultancy (Demographia) durchführte, belegte Australien die Spitzenposition als Land mit dem insgesamt unerschwinglichsten Immobilienmarkt. Ein Haus in Australien kostet demnach durchschnittlich 6,3 Mal den mehrfachen Mittelwert (multiple medien). Als erschwinglich gilt laut der Studie ein multiple median von bis zu 3.0.

Der Wohnungsmarkt 2008

Im Jahr 2008 hat sich der Wohnungsmarkt Australiens leicht entspannt. Eine Studie des Maklerunternehmens L.J. Hooker und des Marktforschungsunternehmens BIS Shrapnel hat ergeben, dass im Quartal von Juli bis September 2008 in allen australischen Hauptstädten außer Darwin die Immobilienpreise gefallen sind – im Vergleich zum Preissturz in den USA allerdings nur sehr moderat. Sydney und Adelaide lagen um 2,1 Prozent niedriger als im Vorjahr, Brisbane um 0,7 Prozent und Perth verzeichnete einen Rückgang um 4,4 Prozent. Die Experten gehen trotz der globalen Finanzkrise nicht davon aus, dass der Preis noch weiter sinken wird. Der Grund: Die Bevölkerung Australiens wächst. Von einer ständig steigenden Nachfrage nach Wohnraum ist daher auszugehen. Denn neben der Geburtenrate (2007 lag sie bei 1,93) spielt auch die Zahl der Einwanderer eine große Rolle. So wuchs die Netto-Einwandererzahl – insbesondere aufgrund des durch den Rohstoffboom erzeugten Arbeitskräftemangels – zwischen 2003 und 2007um durchschnittlich knapp 140.000 Menschen pro Jahr an, Tendenz steigend. Wie ausgelastet der australische Immobilienmarkt ist, zeigt sich insbesondere auch bei den Mietangeboten. Für das dritte Quartal 2008 veröffentlichte der Verband der australischen Immobilienbranche, das Real Estate Institute of Australia (REIA), Zahlen, die zwischen 0,3 Prozent Freistand in Darwin und 2,6 Prozent Freistand in Perth liegen. Die beiden Metropolen Melbourne und Sydney liegen bei 1,1, respektive 1,2 Prozent.

Die Wohnlagen in Australien

In welcher Lage eine Immobilie liegt, ist auch und gerade in Australien sehr relevant. Hierbei gilt es einige landesspezifische Besonderheiten zu beachten, zum Beispiel Höhenmeter. Denn zukünftige Immobilienbesitzer in Australien sollten den möglichen Anstieg des Meeresspiegels in ihre Planungen einbeziehen. Laut den Ergebnissen einer Regierungsanfrage sind zukünftig mehr als 700.000 Immobilien von den Veränderungen der Küstenlinie betroffen. Und zwar all jene, die bis zu drei Kilometer von der Küste entfernt und unter sechs Höhenmetern liegen. Und auch einen weiteren Gedanken sollten die Investoren im Hinterkopf behalten: Mit dem steigenden Meeresspiegel kann auch der Wert von Grundstücken an der Küste stark sinken. Schließlich schrumpft der Grundbesitz, wo sich Wasser breit macht und verringert so den Wert des gesamten Objektes.

Die wichtigsten Immobilienmärkte Australiens

Der australische Immobilienmarkt: Queensland Mehr...

Der australische Immobilienmarkt: New South Wales Mehr...

Der australische Immobilienmarkt: Victoria Mehr...

Der australische Immobilienmarkt: Tasmanien Mehr...

Der australische Immobilienmarkt: Südaustralien Mehr...

Der australische Immobilienmarkt: Westaustralien Mehr...

Der australische Immobilienmarkt: Northern Territory Mehr...

Der Ausblick

Bereits im Mai 2008 sagte Scott Patterson, Geschäftsführer des im Großraum Melbourne tätigen Maklers Jellis Craig, „derzeit findet auf dem Markt eine Korrektur statt. 2007 war nicht normal, mit unnatürlichem Wachstum am Ende eines Booms.“ So sei es 2007 für Käufer auch schwierig gewesen, erfolgreich in den Markt zu investieren, Makler hätten Probleme gehabt, realistische Preise anzugeben und Verkäufer hätten immer 20 Prozent mehr Kaufpreis erwartet, als alle anderen. Derzeit ändert sich die Situation – und nicht nur aufgrund der mancherorts fallenden Preise. Es stehen auch wieder mehr Immobilien zur Auswahl. So heißt es, der Markt habe sich von einem Anbieter- zu einem Käufermarkt entwickelt. Und das verlange Umdenken von beiden Parteien: den Verkäufern, die nun ihre Preisvorstellungen reduzieren müssten; und den Investitionsfreudigen, die sich Aufgrund des größeren Angebots mehr Zeit für die Auswahl eines geeigneten Objekts nehmen könnten. Zusätzlich wurde der Markt vor kurzem auch von politischer Seite angekurbelt. Zinsen wurden gesenkt und ein besonderes Programm namens „first home buyers grant“ erleichtert Erstkäufern mit Vergünstigungen den Eintritt in die Welt des Immobilienbesitzes. Neben dem regulären Hauskauf über Privatbeziehungen oder einen Makler sind in Australien auch Auktionen eine beliebte Art des Immobilienerwerbs. Jede Woche kommen tausende neue Angebote auf den Markt. Wie der Markt allgemein verzeichnen aber auch die Auktionen derzeit eine geringere Anzahl erfolgreicher Abschlüsse, als noch vor einem Jahr. Häuser und Wohnungen bleiben im Vergleich etwas länger auf dem Markt, so haben potentielle Käufer mehr Zeit, sich mit Gebäude und Umgebung auseinander zu setzen und eine informierte Wahl zu treffen.

Der australische Immobilienmarkt

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capital.de, 16:58 Uhr
© 2009 capital.de © Fotos / Illustrationen: Photocase.com, Dorothee Schwarz


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