Der amerikanische Häusermarkt spaltet sich in zwei Teile: Während sich das deutlich größere Segment für bereits bestehende Eigenheime zusehends erholt, herrscht am Markt für neue Häuser weiter Flaute. Experten warnen daher trotz ermutigender Anzeichen vor einer langen Durststrecke für den Sektor.
"Wenn dieser Trend anhält, wird der Bausektor 2010 weiter vor schwierigen Herausforderungen stehen", schreiben Analysten des Researchhauses Creditsights in einer Notiz. "Das ist besonders beunruhigend, da die Stützungsprogramme, die die Regierung in diesem Jahr aufgelegt hat, ab 2010 wieder abgebaut werden - während es hohe überfällige Forderungen gibt und Zwangsversteigerungen weiter in einem alarmierenden Tempo zunehmen."
Der US-Immobilienmarkt ist Ursprungsort der Finanzkrise. Regierung und Notenbank stützen den Sektor mit einer ganzen Reihe von Programmen, um Zwangsversteigerungen einzudämmen. Erst vergangene Woche weitete Washington die Hilfe drastisch aus: Die beiden staatlich kontrollierten Hypothekenfinanzierer
Fannie Mae und
Freddie Mac dürfen nun in den kommenden drei Jahren uneingeschränkt weiter Steuergeld aufnehmen. Insgesamt 111 Milliarden Dollar haben sie bereits erhalten.
Damit werden die Symptome angegangen - eine nachhaltige Besserung wird es auf dem Markt aus Sicht von Experten allerdings erst geben, wenn das Grundproblem gelöst ist: die im Zuge der Rezession enorm gestiegene Arbeitslosigkeit, die viele Inhaber hochwertiger Hypotheken in Zahlungsschwierigkeiten stürzt und die Zahl der Zwangsvollstreckungen treibt.
Daten vom Immobiliensektor hatten in den vergangenen Wochen immer wieder auf eine allmähliche Erholung hingedeutet. Es zeigt sich allerdings deutlich, dass dies nicht für Neubauten gilt. Aufträge für den Bau neuer Eigenheime brachen im November unerwartet um 11,3 Prozent zum Vormonat ein, der Anstieg für Oktober wurde von ursprünglich 6,2 auf nur 1,8 Prozent nach unten korrigiert.







