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24.08.2010

Konjunktursorgen

usa-haus-verkauf-krise

Streikende Hauskäufer schüren Rezessionsangst

Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit belastet den US-Häusermarkt zusehends: Im Juli fielen die Verkäufe von Eigenheimen auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Ohnehin aufgeschreckten Investoren gaben die Daten den Rest.

Die Verkäufe bereits existierender amerikanischer Eigenheime sind im Juli noch stärker zurückgegangen als erwartet. Der Maklerverband National Association of Realtors meldete ein Rekordminus von 27,2 Prozent zum Vormonat, auf eine annualisierte Rate von 3,83 Millionen Einheiten. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 1995. Für Juni wurde die Zahl auf 5,25 Millionen herab korrigiert. Die Zahl der Häuser auf dem Markt kletterte im Juli um 2,5 Prozent auf 3,98 Millionen.

US-Aktien bauten nach Veröffentlichung der Zahlen ihre Verluste aus, der Dow Jones Industrial Average rutschte unter 10.000 Punkte. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen fiel erstmals seit 2009 unter 2,5 Prozent. Renditen bewegen sich bei Anleihen gegenläufig zu den Kursen.

Die an den Märkten mit Spannung erwarteten Daten deuten darauf, dass Zwangsversteigerungen und die Misere am Arbeitsmarkt den Sektor weiter belasten. Investoren sorgen sich zunehmend um die US-Konjunktur und fürchten ein Zurückrutschen in die Rezession. Die Verbindung zwischen dem Häusermarkt und der amerikanischen Volkswirtschaft ist sehr eng, laut der Vereinigung der Bauindustrie machen Investitionen in Häuser und damit zusammenhängende Dienstleistungen rund 15 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts aus. "Wenn die Zwangsversteigerungen weiter zunehmen und die Häusepreise drücken, könnte das die Wirtschaft zurück in die Rezession schicken", sagte Celia Chen, Volkswirtin bei der Ratingagentur Moody's, vor Veröffentlichung der Zahlen.

Wie flau der amerikanische Häusermarkt immer noch ist, zeigt sich wieder deutlich, seit Ende April eine Steuergutschrift auslief, mit der Washington Hauskäufer stützte. Aus Expertensicht kann sich der Sektor erst wirklich erholen, wenn die Arbeitslosigkeit nachhaltig zurückgeht. Das dürfte allerdings noch dauern: Vom Datendienstleister Bloomberg befragte Ökonomen erwarten, dass die Arbeitslosenquote am Jahresende bei 9,5 Prozent liegen wird - dem Wert, auf den sie sich im Juni und Juli belief.

"Obwohl es einige Anzeichen für eine allgemeine wirtschaftliche Erholung und Belege für eine Stabilisierung der Hauspreise gibt, sind wir sicher noch nicht über den Berg", sagte der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, am Dienstag. "Laut Prognosen könnte die Zahl der zwangsversteigerten Einheiten 2010 drei Millionen erreichen. Jobverluste und Arbeitslosigkeit lösen nun mehr Zahlungsausfälle aus als unvorsichtige Kreditvergabe."

capital.de, 16:44 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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