Bereits rund 70 000 Deutsche und 3500 Schweizer leben nach Schätzungen deutschsprachiger Medien in der gebirgigen und sehr grünen Kap-Region. Viele sind sogenannte Schwalben – Unternehmer, Ärzte und Rentner, die eine Hälfte des Jahres in Südafrika leben und die andere Hälfte in Deutschland. Besonders viele dieser Schwalben sind derzeit an der Küste rund um die Vier-Millionen-Einwohner-Metropole Kapstadt anzutreffen.
Deutsch spricht man vor allem an der schicken Einkaufs- und Restaurantmeile Waterfront, wo viele neue Wohnungen entstehen, sowie rund um das von Villen und guten Restaurants durchzogene Clifton und am szenigen Strand von Camps Bay. Inzwischen ist Deutsch die viertgrößte Sprache in der Kap-Region.
Aber auch im landschaftlich abwechslungsreichen Hinterland, in den wie Kapstadt europäisch beeinflussten Weinorten Stellenbosch, Paarl und Franschhoek leben viele Deutschsprachige. "Und das Interesse der Deutschen an der Kap-Region wird mit der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft 2010 eher noch zunehmen", sagt Makler Johann Bouwer von der De Kock Property Group in Simon’s Town. In der malerischen Hafenstadt, etwa 40 Kilometer südlich von Kapstadt gelegen, haben viele Ausländer eine Ferienimmobilie. Am benachbarten Boulders Beach brüten zu Hunderten die seltenen Brillenpinguine, von den Terrassen der Strandhäuser kann man Wale beobachten. Überhaupt ist der Blick aufs Meer atemberaubend, und die Lebensqualität auch dank der geringen Kriminalitätsrate sehr hoch.
Als Zweitwohnsitz ist Südafrika jedoch nicht nur wegen seiner artenreichen Tierwelt und seiner abwechslungsreichen Landschaften sowie der starken deutschsprachigen Präsenz interessant, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Entwicklung, vor allem auf dem Immobilienmarkt. "Die Preise sind in der jüngsten Vergangenheit jährlich um 30 Prozent in die Höhe gegangen", sagt Michael Hauser vom Maklerbüro Seef in Kapstadt. Zwar geht er davon aus, dass die Preise 2008 wegen der internationalen Finanz- und Immobilienkrise stagnieren werden. Aber schon für 2009 rechnet der Schweizer erneut mit einem kräftigen Wachstum: "Dann haben wir die WM vor uns, und die wird auf jeden Fall noch mal die Preise mobilisieren."
Derzeit liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein neues Apartment zwischen 1500 und 2000 Euro. In einer guten Zone in Kapstadt – etwa an der Waterfront oder rund um die Deutsche Schule in Tamboerskloof, wo Villen aus der Kolonialzeit stehen, - kann man ein gebrauchtes Studio schon ab 60 000 Euro bekommen. Ein Reihenhaus in Strandnähe kostet rund 150 000 Euro. Die Lebenshaltungskosten sind am Kap deutlich niedriger als in Deutschland. Allerdings müssen Käufer bei der Bauqualität deutliche Abstriche machen, vor allem was die elektrischen Installationen betrifft. Viele Ferienhäuser haben keine Heizung. Ölheizungen sind selten, alles läuft über Strom. Das kann langfristig sehr teuer sein, denn auch in Südafrika steigen die Energiekosten. "Aber ohne Heizung geht es hier nicht. Denn in den Wintermonaten kann die Temperatur auf acht Grad sinken", erklärt Hauser.
Die Hypothekenzinsen, die aufgrund der internationalen Finanzkrise auf aktuell über 15 Prozent geklettert sind, konnten den Aufschwung auf dem Wohnungsmarkt nur vorübergehend bremsen. "Anders als vielleicht in Spanien oder in den USA wird die Krise in Südafrika nur kurze Zeit andauern", meint Makler Johann Bouwer. "Hier sind die Immobilienpreise noch niedrig, und das Entwicklungspotenzial ist enorm - vorausgesetzt die politische Situation bleibt stabil."







