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14.09.2009

Ferienimmobilien-Kompass: Italien

Preiseinbrüche in der Toskana

In einigen beliebten italienischen Ferienregionen ist der Immobilienmarkt unter Druck geraten - das verspricht interessante Kaufgelegenheiten. Nur die Topobjekte in absoluten Traumlagen bleiben wertstabil. Von Inga Zimmermann

In den 50er-Jahren erreichte die Italien-Sehnsucht der Deutschen einen ihrer Höhepunkte, wovon insbesondere zahlreiche Filme aus dieser Zeit zeugen – diese Sehnsucht nach dem „Dolce Vita“ südlich der Alpen hat die Deutschen auch seitdem nicht verlassen. Die meisten kennen Italien als Urlaubsland und lieben es als solches. Aber sie assoziieren damit längst nicht mehr nur Venedig und die Gondeln, Capri und die blaue Grotte oder die Riviera mit ihren langen Stränden.

Beliebte Urlaubsziele liegen über die gesamte Apenninhalbinsel und die Inseln vor der Stiefelküste verstreut. Es sind die natürliche Schönheit, die Jahrhunderte alte Kultur und die einzigartige Lebensfreude, die die Menschen für das Land gefangen nehmen – egal ob sie den herben Charme Südtirols, die Ruhe ausstrahlende Hügellandschaft der Toskana oder den romantischen Sonnenuntergang am Golf von Neapel bevorzugen.

Viele Bundesbürger haben deshalb in italienische Ferienimmobilien investiert und sind infolge der der weltweiten Wirtschaftskrise jetzt – je nach Region – mit teils drastischen Preiseinbrüchen konfrontiert. Nur die Topobjekte in absoluten Traumlagen bleiben verschont. Der Norden schneidet insgesamt am besten ab: In Südtirol und an den norditalienischen Seen sind die Preise weitestgehend stabil geblieben. Anders in der Toskana: Durch die Finanzkrise brachen selbst in der – zuvor von teils zweistelligen jährlichen Wertsteigerungen verwöhnten – Zentraltoskana die Immobilienpreise ein. Ein schlichtes Häuschen in einer einfachen Lage ist jetzt bereits ab 200.000 Euro zu haben – vergleichbar mit den Preisen in einigen ländlichen Regionen Deutschlands. Undenkbar vor zwei oder drei Jahren, wo selbst der Kotten ohne Aussicht noch für eine siebenstellige Summe den Besitzer wechselte.

In Urlaubsregionen wie der Sorrentinischen Halbinsel und der Amalfiküste, die traditionell eher in der Hand von Einheimischen sind, sind die Preise nur moderat gesunken. Vor der Küste weht allerdings ein stärkerer Wind: Auf Capri ist das Angebot der extrem hochpreisigen, mit jedem Komfort ausgestatteten Villen und Residenzen deutlich geschrumpft. Die Einstiegspreise selbst in den sehr guten und guten Lagen haben sich durch die Krise hier nahezu halbiert. Auf Ischia ist das Gegenteil der Fall: Die Preise haben in den vergangenen zwei Jahren angezogen. Auffällig ist, dass derzeit eher die großen Objekte mit 150 bis 200 Quadratmetern Wohnfläche und Garten auf den Markt kommen, für die dann selbst in mittlerer Lage noch rund eine Million Euro fällig sein können. Anders ist die Lage beim typisch ischitanischen Feriendomizil: der Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung in einem der pittoresken Ortszentren. Hier sind die Einstiegspreise deutlich gesunken, das Angebot ist gegenüber den vergangenen Jahren größer und vielfältiger.

Und auch da, wo die Preise vergleichsweise moderat gesunken sind, ist das Schild mit der Aufschrift „si vende“ (zu verkaufen) jetzt häufiger zu sehen. Das Angebot gegenüber den Vorjahren ist vielerorts deutlich gewachsen, interessante Kaufgelegenheiten ergeben sich wieder öfter. Heute finden Interessenten beispielsweise in der Toskana – schön restaurierte – Bauernhäuser mit Panoramablick und Pool schon für 600.000 bis 800.000 Euro.

Detailliertere informationen zu den einzelnen italienischen urlaubsregionen finden Sie im Capital Ferienimmobilien-Kompass:
Amalfiküste
Capri
Cinque Terre
Comer See
Gardasee
Golfo dei Poeti
Ischia
Lago Maggiore
Sorrentinische Halbinsel
Südtirol
Toskana

Capital, 17:24 Uhr
© 2009 Capital © Fotos / Illustrationen: Fotolia


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