Gut 15 Jahre boomte auf Mallorca der Immobilienmarkt. Preissteigerungen von zehn Prozent jährlich wurden als selbstverständlich angesehen. Mit der Finanzkrise kollabierte der Markt aber regelrecht. Auf der iberischen Halbinsel brachen die preise für Zweitwohnsitze seit dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Frühjahr 2007 um bis zu 70 Prozent ein.
Nachrichten zu Enteignungen, Bombenterror und Rekordarbeitslosigkeit setzen dem Immobilienmarkt zudem in den letzten Monaten heftig zu. Nach Angaben des Maklerverbands API gingen die Preise in den ersten sechs Monaten dieses Jahr um bis zu 15 Prozent zurück.
Das bestätigen auch die Experten des Immobilienmaklers Engel & Völkers, jedoch hätte "sich mittlerweile das Interesse und auch die konkrete Nachfrage nach Zweitwohnsitzen - ob Wohnungen, Fincas, Villen oder große Anwesen - wieder belebt", teilte Engel & Völkers mit. Für Entspannung sorgt laut Engel & Völkers derzeit die Zuversicht, dass sich die allgemeine Krise dem Ende entgegen neigt. Zudem gehen die Experten davon aus, dass kaum noch weitere Preisabschläge zu erwarten sind.
Im Gegenteil: Daniel Chavarria Waschke, Direktor von Engel & Völkers Mallorca Südwest hofft mittelfristig wieder auf Wertzuwächse: "Nach den Krisen der letzten Dekade, etwa der Russland-Krise 1998, nach dem 11. September 2001 und auch jetzt im Abebben der großen Krise kommt der Markt wieder rasch zurück. Die Preise stabilisieren sich und werden wohl bald auch wieder steigen." Unwahrscheinlich seien aber die außergewöhnlichen Anstiege der letzten zehn Jahre.
Die letzte Dekade wies laut Engel & Völkers eine außergewöhnliche Preisexplosion auf. So waren die Immobilienpreise zwischen 1999 und 2008 im Durchschnitt um rund 170 Prozent gestiegen. In Spitzenlagen in Palma wurden bis zu 8.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erzielt, in Toplagen wie beispielsweise in Puerto Andratx erreichen Villen oder auch Apartments in Top-Qualität Spitzenwerte von bis zu 10.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Im Gegensatz zu Objekten in mittleren Lagen, in denen die Finanz- und Wirtschaftskrise deutliche Preiseinbrüche bewirkt hatte, ist im Hochpreissegment laut Engel & Völkers kein Wertverlust spürbar. "Gesamt gesehen wird eine Erholung der Preise mittelfristig erwartet - abhängig natürlich von der Weltwirtschaft sowie der Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland", prognostiziert Waschke.
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