• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Kolumne

6 Eigenschaften eines modernen Leaders

, von Martin Kaelble

Von Chefs und Managern werden heutzutage ganz andere Dinge erwartet als noch vor ein paar Jahren. Das hier sind die wichtigsten Eigenschaften, die der moderne Leader des 21. Jahrhunderts drauf haben muss.

Steve Jobs © Getty Images
Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs wusste, wie man Mitarbeiter und Kunden begeistert

#1 Radikaler Fokus

Noch nie war es so leicht sich zu verzetteln wie heute. Es ist eine Welt voller Möglichkeiten, aber auch eine Welt voller Ablenkungen. Es wird unglaublich viel kommuniziert auf den verschiedensten Kanälen, so viel geredet, „geworkshopt“ und „gemeetet“ wie nie zuvor. Aber was wird letztlich wirklich geschafft und produziert? Oft genug heiße Luft statt Substanz. Deswegen ist eine der Kern-Kompetenzen des Leaders von heute: Radikal fokussieren, radikal priorisieren. Und vor allem: Get things done – so lautet die einfach Devise. Punkt. Wer das wirklich draufhat, schreitet automatisch voran.

#2 Produkt statt Politik

In Konzernen ist es leichter sich zu verstecken. Viel zu viel Zeit wird mit Politik verbracht. Und es gibt ganze Managergenerationen, die es perfektioniert haben, politisch zu agieren, sich abzusichern, zu taktieren. Auch weil das durchaus notwendig war (und leider manchmal heute noch ist) in bestimmten Strukturen und Organisationen, um Dinge zu bewegen beziehungsweise um zu überleben. Aber: In der heutigen Wirtschaftswelt ist wieder mehr Produkt-Obsession gefragt. Auch in großen Firmen und Konzernen. Fokus aufs Produkt! Das sollte die radikale Leitlinie sein. Und wer das auf ganz natürliche Weise in seinem Charakter verankert hat – also keine Lust auf politische Spielchen hat, sondern einfach ein gutes Produkt machen und sich darauf konzentrieren will – ist heutzutage klar im Vorteil.

#3 Zupackend und unternehmungslustig

Mut ist eine der ältesten Triebkräfte des Wirtschaftslebens. Ohne Mut, hätte es keine der großen und kleinen Firmen dieser Welt gegeben. Unternehmungslust ist so wichtig für jeden Leader, denn Stillstand und Verwaltung des Status quo kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten. Wir brauchen wieder mehr Manager mit nativem Unternehmergeist. Mit der Lust ins Risiko zu gehen, Dinge anzupacken und zu bewegen – statt dem Reflex erst einen Prozess aufzusetzen, ewig abzuwägen und Entscheidungen aufzuschieben. Einfach mal ausprobieren und testen. Mutig voranschreiten. Klingt banal. Aber das muss ein Leader heute mehr denn je.

#4 Voller kreativer Ideen

Ja, man kann es kaum noch hören, so viel ist derzeit von Innovation, Disruption und Kreativität die Rede. Doch als diese Buzzwörter sind halt nun einmal tatsächlich kriegsentscheidend für die heutige Zeit. Leader müssen heute einfach kreativer sein als früher, vor unternehmerischen Ideen nur so Sprudeln. Denn das Überleben von Unternehmen hängt in dieser Ära von der Fähigkeit ab, Neues zu erschaffen. Allerdings gibt es hier für Manager eine feine Nuance. Es gilt, nicht nur mit Alibi-Buzzwörtern um sich zu schmeißen, den Anzug abzulegen und Design-Thinking-Workshops zu veranstalten, sondern wirklich ein durch und durch kreativer Geist zu sein. Nicht nur Ideen zu haben, sondern sie auch umsetzen. Und sich dabei nicht zu verzetteln. Diese Kombination an Fähigkeiten ist erstaunlich selten. Aber zentral für den Leader von heute.

#5 Andere begeistern

Gute Ideen allein bewegen nichts. Und allein kann man nichts Großes aufbauen. Man muss andere begeistern, mitreißen, motivieren und inspirieren können. Der Manager der 50er-Jahre, der mit Befehlen und Pflicht regiert durch eine Kultur der Furcht und des Gehorsams, wird maximal kleine aber keine großen Sprünge mehr machen. Es braucht echte, authentische Leader mit einer natürlichen Autorität, die nicht durch lautes Brüllen, sondern durch kraftvolle Visionen führen. Das Brüllen bringt nur kurzfristigen Erfolg, hilft bei der Exekution aber nicht bei der Innovation. Vielleicht klappt es auch mal, ein Unicorn wie Uber zu errichten. Aber es stößt irgendwann an seine Grenzen. Zu leise darf der Leader dennoch nicht sein. Er muss stark, beharrlich und bedingungslos in seiner Vision sein. Aber er muss dabei andere durch Begeisterung mitreißen – nicht durch Befehle.

#6 Harte Entscheidungen treffen

Ben Horowitz, die Investoren-Legende aus dem Silicon Valley, hat es zum Titel eines Buches gemacht: „The Hard Thing About Hard Things“. In jeder Unternehmensstory kommen irgendwann entscheidende Momente, wo unangenehme Entscheidungen getroffen werden müssen. Ein guter Leader ist bereit, die harten Entscheidungen zu nehmen. Dafür braucht man Haltung und Courage. Denn die Gefahr heutzutage: Autoritäre Chefs sind out. Aber zu weich und verständnisvoll dürfen sie eben auch nicht sein. Es gibt Situationen, da braucht es auch heute einfach einen Chef der Chef ist – und das tut, was für den Erfolg des Unternehmens zu tun ist, auch wenn es weh tut. Zumindest daran hat sich bis heute nichts geändert.

Newsletter: „Capital- Die Woche“

Jeden Freitag lassen wir in unserem Newsletter „Capital – Die Woche“ für Sie die letzten sieben Tage aus Capital-Sicht Revue passieren. Sie finden in unserem Newsletter ausgewählte Kolumnen, Geldanlagetipps und Artikel von unserer Webseite, die wir für Sie zusammenstellen. „Capital – Die Woche“ können Sie hier bestellen:


Artikel zum Thema