Ich bitte H. Kreßmann vielmals um Entschuldigung, das tut mir wirklich leid. Ich habe die nächste Überschrift mit der Unterschrift verwechselt.
Und H. Robert B. möchte ich sagen, dass er die Kommentare von mir lesen soll. Wenn er sie verstanden hat, dann kann er urteilen, über mich, den er nicht kennt und sich nicht die Mühe macht, sich mit dem Text und Inhalt zu befassen. Es hat nichts mit Hetze zu tun was ich hier schreibe. Noch einmal: es geht um die, die anders sagen, als sie es dann machen. Wahlkampf ist so ein Thema. Themen und Namen nennen bringt nichts, wie man erkennt, wenn man es sich antut, eine der vielen Politiksendungen anzusehen. Hier werden manchmal vom Moderator Fakten genannt, die der oder die angesprochene nicht beantwortet und Nebenkriegsschauplätze eröffnet, am liebsten auf den politischen Feind losgeht, in einer Art und Weise, die nicht taugt als Vorbild für die Öffentlichkeit. Sollten diese Zeilen der Erklärung wieder nicht passen und falsch verstanden werden, dann berufe ich mich auf DKE.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Kirschenhofer
Kennen Sie Menderes Bagci? Menderes Bagci ist siebenmal beim Casting zu "Deutschland sucht den Superstar" angetreten. Jedes Mal hat Bagci vor seinem Auftritt in die RTL-Kameras gestrahlt und gesagt: "Ich weiß, dass ich es schaffe, ich bin ein guter Musiker, ein echt guter Sänger." Jedes Mal hat Dieter Bohlen Bagci auf gewohnt uncharmante Art rausgeschmissen.
Bagci hat viel mit der Situation in Unternehmen gemeinsam - vielleicht, nein: wahrscheinlich laufen sogar in Ihrem eigenen Kollegenkreis ganz ähnliche Dinge ab. Das zumindest sagt ein renommierter Professor der Cornell-Universität in New York.
Ebenso wie viele Arbeitnehmer in der Wirtschaft leidet Bagci nämlich an einer Wahrnehmungsstörung. Es ist ein relativ häufiges psychologisches Phänomen, und seit elf Jahren hat es einen Namen: Dunning-Kruger-Effekt, kurz DKE. Die Theorie des DKE besagt, dass inkompetente Menschen zu inkompetent sind, um ihre eigene Inkompetenz zu erkennen - und sich deshalb selbst für kompetenter halten als andere.
DKE ist der Grund, warum "Deutschland sucht den Superstart" bald in die achte Runde geht und Bagci dann wahrscheinlich wieder am Start ist. DKE ist auch verantwortlich für zahllose Fremdschäm-Youtube-Videos, in denen ungelenke Mädchen den sterbenden Schwan tanzen: Sie alle denken, sie wären richtig, richtig gut.
Es erwischt jeden
Bevor Sie sich jetzt kompetenter fühlen als die Youtube-Stars und die unfähigen Kollegen aus dem Nachbarbüro: DKE tritt bei allen Menschen irgendwann einmal auf, bei manchen häufiger als bei anderen. Es findet auch in allen Abteilungen eines Unternehmens statt, und am schönsten, findet der Sozialpsychologe David Dunning, lässt es sich im M&A-Geschäft verdeutlichen. "CEOs und Vorstände fallen dem Effekt regelmäßig anheim, wenn es um Übernahmen anderer Firmen geht", sagt er. "Sie kaufen diese Firmen, weil sie denken, dass sie sie besser führen können als jene, die es bisher getan haben. Sie gehen davon aus, dass die Aktien unter ihrer Führung steigen." Überflüssig anzumerken, dass das allzu oft nicht der Fall ist, die CEOs mithin zu viel für die übernommene Firma bezahlt haben. "Sie sind beim Kauf optimistischer, als man es sein sollte."
David Dunning und Justin Kruger untersuchten das Phänomen 1999 in einem Versuch mit Studenten der Cornell-Universität. Die Probanden sollten ihre Fähigkeiten in Sachen Grammatik, Logik und Humor einschätzen. Wie gut sind sie im Vergleich zu anderen? Daraufhin mussten sie Aufgaben aus diesen Bereichen lösen. In ihrer Arbeit "Unskilled and Unaware of It" hielten Dunning und Kruger fest, dass erstens sehr viele Studenten ihre Fähigkeiten falsch einschätzten. Zweitens fanden sie heraus, dass gerade die, die mit ihren tatsächlichen Leistungen im unteren Viertel landeten, besonders davon überzeugt waren, besser zu sein als die meisten.
Je weniger man also weiß, für desto schlauer hält man sich. "Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen", stellte bereits Charles Darwin fest. Und Dunning erklärt: "Es ist schwer zu wissen, dass man keine Ahnung hat. Denn wenn man wüsste, dass man von einer Sache keine Ahnung hat, wüsste man auch, was man lernen muss, um nicht länger ahnungslos zu sein."

Was die Leser sagen
Lieber Herr Kirschenhofer,
Ich muss mal Herrn Kreßmann in Schutz nehmen, denn ICH war es, der Sie in einer Ecke platzieren wollte (ICH = Robert B).
Und mit "Verallgemeinerungen" meinte ich die Art und Weise, wie Sie in Ihrem Kommentar allgemein über Politiker schimpfen...was bringt es denn sich über alle aufzuregen und nicht zu unterscheiden? Es gibt bessere und schlechtere Politiker. So wie es gute und schlechte Handwerker oder Angestellte gibt. Und wenn Sie politische Kritik üben wollen, dann nennen Sie bitte Namen...dann kann man auch fair streiten und die Betroffenen (oder deren Anhänger) können sich wehren oder verbessern.
Es gibt leider zu viele Menschen, denen es Spaß macht über "DIE" Politiker zu schimpfen. Es ist geradezu modisch. Und man liegt immer richtig, denn es kann einem ja keiner beweisen, dass DIE (Alle) Politiker brav seien. Meine Forderung: Wer kritisiert, soll konkret werden. Oder den Mund halten. Denn ich finde die ewige Hetze auf "DIE" Politiker auf die Dauer demokratie-feindlich.
Gruß,
Robert Bowen.
Ich kann mich nicht ausnehmen, von dieser Krankheit "befallen" zu sein, da sie sich nicht selbst erkennt, wie die Studie zeigt. Allerdings orientiere ich mich an Fakten und lasse mich nicht von Vorurteilen oder allgemeinen Meinungen leiten. In meinem Kommentar spreche ich ausdrücklich von zuhören und sehen was sie tun. Die Ergebnisse werden beurteilt, keine Verallgemeinerungen. Jeder, der sich für Fakten und Ergebnisse interessiert, kann am Gesundheitswesen meine Aussage messen. Nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Bereichen. Wie gesagt, wenn man an Fakten interessiert ist. Ansonsten stellt man sich selbst in die Ecke, wo mich Herr Kreßmann gern plazieren würde.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Kirschenhofer
Hier scheint sich mal ein Wissenschaftler zu äußern, der zu den seltenen Exemplaren gehört, die echte Erfahrungen in der Arbeitswelt oder noch wahrscheinlicher in derBehördenwelt gesammelt haben.
Vielleicht leidet Herr Kirschenhofer (Kommentar vor mir) ja auch unter starkem DKE, denn offensichtlich weiß er ja was alle Politiker falsch machen und wie er es richtiger machen würde (man beachte seine Verallgemeinerungen...). Diesen "Die-Politiker-sind-alle-doof"-Müll muss man leider in vielen Internetforen lesen...der Artikel hat Recht: KDE ist tatsächlich eine "Volksseuche". Und die Beispiele finden wir direkt nach dem Artikel....
In solchen Situationen hat sich Andre Kostolany immer mit
einer Chin. Weisheit getröstet : "Man braucht doppelt soviel
Geist, wenn man es mit Dummen zu tun hat."
Der beschriebene Effekt könnte noch deutlich zunehmen, weil wir immer mehr eine Information oder ein Zertifikat heranziehen, um Wissen zu überprüfen statt Logik und Erfahrung. Solange wir selbst in den Nachrichten aber Klatsch und Tratsch den anspruchsvollen Themen vorziehen, sind wir selber Schuld, dass wir selbst zu wenig können und die Dummen und Dreisten bewundern. Die Dummen, die am schnellsten handeln sind dabei das größte Übel. Dabei ist loslaufen doch nur sinnvoll, wenn man weiß wohin.
- (Kommentare 1-7 von 8)









