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24.08.2010
Die Wirtschaft mahnt zur Eile, doch die Regierung hat noch kein fertiges Konzept zur Behebung des Mangels
Die Wirtschaft mahnt zur Eile, doch die Regierung hat noch kein fertiges Konzept zur Behebung des Mangels
Foto: Creasource/Corbis

Offene Stellen

Firmen schlagen wegen Fachkräftemangel Alarm

Händeringend suchen viele Firmen nach Spezialisten - häufig vergeblich. Und die Lage wird laut einer Umfrage noch schlimmer. Während der Innenminister das Problem mit Einheimischen lösen will, setzt der Wirtschaftsminister auf eine Lockerung des Zuwanderungsrechts.

Die Wirtschaft mahnt zur Eile, doch die Regierung hat noch kein fertiges Konzept zur Behebung des wachsenden Fachkräftemangels. "Wir dürfen beim Thema Fachkräftesicherung keine Zeit verlieren", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Innenminister Thomas de Maiziere (beide CDU).

Nach einer neuen DIHK-Umfrage beklagen 70 Prozent der Unternehmen Probleme bei der Besetzung offener Stellen mit Fachkräften. Die Bundesregierung hat bislang kein einheitliches Konzept, um diese Lücke zu schließen. Nach der Umfrage unter 1600 Firmen erwartet die Hälfte der Unternehmen, dass sich der Fachkräftemangel noch verschärfen wird.

Das Problem reicht dabei über den Kreis der Hochqualifizierten hinaus. Auch Arbeitskräfte, die einen Fachwirt, einen Meister oder einen anderen Weiterbildungsabschluss vorweisen können, würden gesucht. Eine hohe Nachfrage bestünde auch nach IT-Fachleuten.

Laut Driftmann hätten zwölf Prozent der Unternehmen vor, mehr ausländische Fachkräfte anzuwerben. Von der Leyen und de Maizière lehnten eine Änderung des Zuwanderungsrechts ab. Es müsse mehr für die Beschäftigung von Älteren, von jungen Menschen, die am Arbeitsmarkt vernachlässigt werden, und von Eltern und hier vor allem Frauen getan werden, sagte von der Leyen.

Anders als die beiden CDU-Politiker hatte sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für ein moderneres Zuwanderungsrecht stark gemacht. "Die Einkommensgrenzen für Hochqualifizierte im Aufenthaltsrecht müssen umgehend gesenkt werden, die Vorrangsprüfung ausgesetzt oder zumindest erleichtert werden", heißt es in einem Papier aus dem Wirtschaftsministerium. Brüderle fordert darin eine Steuerung des Zuzugs über klare Zugangskriterien.

"Zuwanderung aus dem Ausland kann den Fachkräftemangel dämpfen, aber nicht beheben", sagte von der Leyen dagegen. Auch de Maizière will keine Reform beim Zuzug ausländischer Fachkräfte. "Das Zuwanderungsrecht hat seine Hausaufgaben gemacht." Es fehle eher eine "Willkommenskultur", sagte der Innenminister.


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

Was die Leser sagen

popwuj
09.10.2010 | 17:47
Fachkräftemangel

Die Firmen haben sich es doch selbst zuzuschreiben: Keine
Fachkräfteausbildung aber jammern. Alles soll der Staat richten. Die Firmen sind nur noch auf Profitmaximierung aus.
Damit das Topmanagment ordentlich Kasse machen kann.

BvG
30.09.2010 | 23:09
Genau

Genau deswegen bin ich als Deutscher nach Masters und teilweise Doktorstudium in Informatik nicht wieder nach Deutschland, sondern in die Schweiz gezuegelt. Hier hat man die Chance, seine Studienkredite zurueckzuzahlen und ein Studium wird nicht nur mit Anerkennung, sondern auch Knete gewuerdigt. Gruezi miteinand and Ade, hoffentlich auf immer

JvM
27.08.2010 | 10:55
Firmen schlagen wegen Fachkräftemangel Alarm

Irgendwie scheint das Suchen von Fachkräften nach einer Stelle und das Suchen von Unternehmen von Fachkräften für eine Stelle nicht das Gleiche zu sein. Man könnte man, dass man als gut ausgebildete Fachkraft, uneingeschränkt mobil, in dieser "Mangelsituation" eine Stelle findet! Weit gefehlt! Selbst mit guten Referenzen und nachgewiesenem Erfolg in der Vergangenheit sind selbst Einladungen zu Gesprächen Mangelware. Was wird gesucht? Jemand der alles kann und am besten noch Geld mitbringt! Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, dass mit dem Sturm im Wasserglas die argumentative Basis dafür geschaffen werden soll dahin zu gehen, wo "Fachkräfte" 600 € im Monat bekommen und nicht 6.000 €. Aber wer soll dann die teueren Produkte kaufen?

(Kommentare 1-3 von 3)

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