...wenn Deutschland nun am Mittwoch gegen Ghana rausfliegt, stellt sich die Frage, wer hierzulande noch Führungsverhalten von Fußballtrainern lernen möchte...
Es war die letzte schwere Partie des FC Bayern auf dem Weg zur Meisterschaft. In Gladbach, zwei Spieltage vor Saisonende, wechselte Louis van Gaal beim Stand von 0:1 Miroslav Klose ein. Als der lange Zeit glücklose Stürmer zum Ausgleich traf, tippte sich der Trainer an der Seitenlinie dreimal an die Nase. Alle Welt sollte wissen, wem der Titel zu verdanken war: seinem Riecher, im richtigen Moment das Richtige zu tun.
Von seinem feinen Näschen in Personalfragen könnte Louis van Gaal jeden Tag erzählen. Erfolgreiche Trainer wie der Niederländer sind in der Wirtschaft als Ratgeber gefragter denn je. Auch Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, bekommt so oft Anfragen von Firmen, "dass ich täglich einen Vortrag halten könnte".
Dahinter steckt mehr als die Begeisterung einzelner Unternehmer fürs Kicken. Fußball, so der Berater Reinhard Sprenger, ist in den letzten Jahren "ein Modell für modernes Management" geworden. Für Firmenchef Gunther Olesch beispielsweise ist Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann "ein Vorbild", sich in Krisenzeiten nicht von seinem Weg abbringen zu lassen. Und so wie Werder-Bremen-Coach Thomas Schaaf ist auch Eckes-Granini-Geschäftsführer Thomas Hinderer überzeugt davon, dass Neuzugänge ins Team passen müssen. Die erste und wichtigste Lektion aber lautet: Der da mit dem Medizinball unterm Arm ist der Chef.
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