17.06.2010
 CAPITAL-SERIE Yes, she can!

25 Frauen und 1 Mann: Karrieretipps von Führungsfrauen, Interview mit Daniela Weber-Rey, eine neue Studie - brauchen wir die auch? Diskutieren Sie mit.



Foto: Fotolia

Debatte

Quote oder nicht?

Familienministerin Kristina Schröder droht damit, Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel will sie auch und Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger hat sie längst eingeführt: Eine Frauenquote. Brauchen wir ein solches Instrument? Diskutieren Sie mit.

Fest steht: Der Unmut deutscher Managerinnen über die Benachteiligung von Frauen in der Wirtschaft wächst. In einer Umfrage von Capital sprachen sich 88 Prozent der teilnehmenden weiblichen Führungskräfte im Verband EWMD für eine gesetzliche Quote aus. Das EWMD (European Women's Management Development International Network) ist ein internationales Management-Netzwerk für Managerinnen.

Eine weitere Capital-Umfrage beim Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) ergab ein ähnliches Bild: 94 Prozent der weiblichen Chefs, die sich zur Umfrage äußerten, befürworten Aktivitäten, die zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsgremien und Führungspositionen beitragen sollen.

Was eine gesetzliche Quote betrifft, war das Bild unentschiedener: 50 Prozent der teilnehmenden Frauen sagten Ja zur Quote, 21 Prozent waren dagegen, der Rest war unentschieden.

Kann eine Frauenquote Deutschlands Wirtschaft beleben?

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Was die Leser sagen

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Johannes
20.10.2010 | 16:31
Frauenquote

Ich halte eine Frauen-Quote - egal wo - für keine gute Sache.
Gleichwohl sind Frauen vielfach benachteiligt.
Thema: Kinder und Kinderbetreuung. Weil hier vieles im Argen liegt, soll es Frauen geben, die Abtreiben lassen. Schließlich ist ja bekannt: Wer wegen Kinder/Elternzeit einmal raus ist, hat beim Wiedereinstieg mit Teilzeit kaum Chancen auf Aufstieg.
Hier liegen die eigentlichen Skandale. Wenn die Unternehmen dringend Arbeitskräfte benötigen, sollten sie sich hierzu schleunigst viel einfallen lassen.

Fritz S.
18.09.2010 | 03:16
Ihr habt nicht mehr alle beisammen!

Ja klar, überall nur noch "Kampfquotilden"!
Verfassungsmäßige Gleichheit von Mann und Frau wird nun per EU-Ukaz künstlerisch wertvoll zur rechnerisch von Kampfemanzen tagesaktuell neu gewichteten Quotengleichheit anstatt der Fähigkeitengleichheit uminterpretiert, das hat was, das ist innovativ!
Wieso nicht das Ganze dann analog gleich vierteln und eine 25%-Behindertenquote und eine 25%-Rentnerquote einführen?!
Weder Behinderte noch Alte dürfen genauso nach Verfassung und AGG diskriminiert werden! Hätte sicher auch Erfolgschancen vor Gericht!
Oder warum das Ganze nicht auch nach den zugelassenen und genauso nicht diskriminierbaren Religionszugehörigkeiten weiter aufbröseln?!
Und das beste daran:
kein stehend pinkelnder Bauer klagt auch noch umgehend dagegen beim BVG und EuGH! Und zur Not auch vor der UNO, die dann auch im Orient beim Negativbescheid die Gutmenschen-Gleichheit anordnen und sanktionieren kann!
So ist es richtig, laßt Euch gleich alle politisch korrekt präventiv kastrieren und tragt Sopran singend die Teile als schmuckes Ohrenanhänger!

Capitol
02.08.2010 | 12:51
Genderwahn

Man könnte nur fragen:
Wann wollen die Frauen damit aufhören, die Posten mit ihrem Geschlecht zu erreichen?
Die Quote diskriminiert nicht nur Männer, sondern auch fähige Frauen.
Man könnte Posten die über Quote an Frauen mit Quotenintelligenz vergeben wurden, mit einem Q kennzeichnen.
Z.B. könnte eine Frau, welche den Posten aufgrund einer Quote erreicht hat, als QProfessorin, statt Proffsesorin bezeichnen, welche den Posten aufgrund ihrer Fähigkeit erreicht hat. (andere Berufe analog). Damit wüsste jeder, vor wem er keinen Respekt haben muss, das die meiste Intelligenz im Geschlecht liegt.
Die Führungselite, welche eine Quote verlangt (inkl. Politiker), könnte als gutes Beispiel den eigenen Posten aufgeben (da sie schon die eigene Unfähigkeit bewiesen haben) - z.B. Telekomchef. Danach könnte der Posten erneut ausgeschrieben werden und nur nach fachlichen Kriterien (unabhängig vom Geschlecht) besetzt werden.
Übrigens stimme der MANNdat Seite voll zu.
Welche "Elite" der Genderwahn sonst noch hervorbringen kann, sieht man auch auf der Seite:
http://fact-fiction.net/?cat=83
mit einer UNI-Insbruck-Professorin,
oder unter
http://ef-magazin.de/2010/07/25/2377-wissenschaft-die-feigheit-der-deutschen-professoren

Claudia B
29.06.2010 | 18:03
Quote ein wichtiger erster Schritt

Eine Frauenquote ist ein wichtiger erster Schritt, der eine Quotenregelung mittelfristig überflüssig macht. Im ersten Schritt gilt es Bedingungen und ein Umfeld zu schaffen, in dem Mann und Frau sich gleichermaßen wohl fühlen und produktiv arbeiten können. Dazu gehören endlich eine zeitgemäße Regelung für berufstätige Mütter, gesellschaftliche Anerkennung und Respekt gegenüber "Rabenmüttern" - wie sie häufig von Frauen und Männern tituliert werden. Ferner eine Unternehmenskultur, in der Mann und Frau ihre spezifischen Stärken ausleben können. Untersuchungen zeigen, dass eine Frau alleine es in Führungspositionen sehr schwer hat, häufig sogar trotz Mentor. Bei zwei bis drei Frauen, die sich gegenseitig unterstützen, sieht es schon ganz anders aus. Hierbei kann eine Quote helfen.

Christian Schulz
25.06.2010 | 07:59
Faire Ausgangslage

Frauenquote hin oder her, viel wichtiger ist, dass Frauen nur dann vermehrt in Führungspositionen aufrücken können, wenn die Kinderbetreuung zu 100 % gewährleistet ist. Davon sind wir jedoch in Deutschland Lichtjahre entfernt. Lange Arbeitszeiten einerseits und mangelhafte Kinderbetreuungsmöglichkeiten andererseits lassen viele talentierte und gut ausgebildete Frauen von einer Karriere absehen. Die meisten Frauen wollen Kinder und Beruf, nicht oder. Solange die Rahmenbedingungen hierfür nicht stimmen und stattdessen Arbeitgeber den Allzeit-erreichbar-Wahn dank Blackberry und Handy pflegen und 60-Stunden-Arbeitswochen mit Open-End-Arbeitszeiten, auch am Wochenende, einfordern, wird eine Frauenquote für Führungspositionen den avisierten Zweck nicht erfüllen. Vielmehr würde eine Frauenquote unter sonst unveränderten Rahmenbedingungen dazu führen, dass Frauen, die sich bewußt gegen Kinder entscheiden, zuhauf in Leitungsfunktionen aufrücken können, ohne über die notwendigen Qualifikationen zu verfügen, während sich für Frauen mit Kindern in der Praxis nichts ändert. Soll das wirklich gewollt sein?

Michael V
22.06.2010 | 15:12
Wasch mich, aber mach mich nicht nass!

Meine Damen, was ich nicht verstehe: Es gibt auch bestimmte Männer, welche wegen unterschiedlichster Merkmale kaum eine Chance haben, in einer großen Firma Karriere zu machen. Er ist z.B. hochgradig leistungsfähig, bekommt aber keine Chance. Diese Leute reagieren folgendermaßen: Sie machen sich selbstständig! Und sind nach ein paar Jahren selber Chefs. Komischer Weise reagieren die "vielen" Frauen, die ja angeblich könnten, wenn man sie nur ließe, NICHT so! Wo sind sie denn, die vielen guten Ingenieurinnen, die mit ihrer eigenen Idee eine Firma aus dem Boden stampfen? Wo sind denn die Tüftlerinnen, die in der Garage Projekte entwickeln und zur Patentreife bringen? Frauen wollen statistisch eben viel weniger Überstunden machen, wollen viel weniger Risiko, sind viel interessierter an einem harmonischen Miteinander und lehnen harte aber chancenreiche Wechsel im Beruf mehrheitlich eher ab als Männer. Daher übrigens auch der unterschiedliche Verdienst bei "gleicher" Arbeit, die eben nicht gleich ist. Zudem: Jemand, der eine Quote oder sonstige staatliche Zwangseingriffe zur eigenen Karrierebeschleunigung will, ist nicht mal zur Vorarbeiterin charakterlich geeignet. Frauen könnten aufholen, solange man die Männer mit einem staatlichen Klotz behängt. Ist er weg, fallen die Damen auf das natürlichen Levels wieder zurück. Warum sind unter den Rettern, die ihr Leben für andere opfern praktisch NIEMALS Frauen? Weshalb ist die weibliche Quote bei den Patentanmeldungen äußerst „homöopathisch“? Weshalb leisten Frauen nur einen Bruchteil der Überstunden? Wieso sind in Afghanistan bisher nur Männer gefallen, während sich die holde Weiblichkeit über die wenigen Generalinnen bei der Bundeswehr ärgert? WASCH MICH, ABER MACH MICH NICHT NASS! Leute wie Gates, Siemens & Co. sind eben NICHT durch die Durchsetzung staatlicher Privilegierung zu dem geworden, was sie sind, sondern durch harte Arbeit und EIGENE Leistung!
Wenn Frauen tatsächlich besser wären und schlechter behandelt würden, dann würde ich als Kapitalist NUR Frauen beschäftigen, da sie dieselbe Leistung für weniger Geld bringen. Diese Rechnung geht jedoch nicht auf. Die Tatsache, dass besonders leistungsfähige Firmen auf besondere Frauenförderung setzten, ist kein statistischer Beweis für die besondere Fähigkeit von Frauen, sondern lediglich, dass sich nur solche Firmen solch politisch korrekte PR-Gags leisten können, da sie Geld kosten.

Karin Bäck
22.06.2010 | 08:48
Diskussion um Frauenquote rüttelt männliche Chauvis auf,

Ich bin strikt gegen die Frauenquote, weil junge, selbstbewusste Frauen mit Karriereplänen das nicht nötig haben. Den Makel als Quotenfrau wird Frau nicht so schnell wieder los. Ich sehe auch keinen Zusammenhang zwischen Frauenquote und Belebung der Wirtschaft. Was mich freut, die neuerliche Diskussion sorgt für (hoffentlich) nachhaltiges Aufrütteln, wie die Beteiligung an diesen Umfragen zeigt.

(Kommentare 1-7 von 15)
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