Nur einfache Tätigkeiten können wir simultan zufriedenstellend erledigen. Bei schwierigen Aufgaben, die das Gehirn stark fordern, sollten wir eine Aufgabe nach der anderen erledigen. Die Ausnahme: Kreative oder Problemlöser können in ihre Tätigkeit Unterbrechungen einbauen. Denn der Abstand hilft, schneller zu einer Idee oder Lösung zu kommen.
Im Arbeitsalltag gehört es einfach dazu: gleichzeitig an einem Konzept arbeiten, E-Mails schreiben und dabei noch Telefonieren. Viele Manager glauben, dadurch Zeit zu sparen und effizient zu arbeiten. Doch Wissenschaftler der Stanford Universität in Kalifornien stellten in einer aktuellen Studie mit 262 Studenten fest, dass die Konzentrationsfähigkeit unter Multitasking leidet. Und nicht nur das: Bei intensivem Multitasking nimmt die Fähigkeit ab, unwichtige Einzelheiten aus dem breiten Informationsfluss herauszufiltern, um die entscheidenden Details im Gedächtnis abzuspeichern. Das Fazit der Forscher: Multitasker können Informationen, die mit ihrer aktuellen Tätigkeit nichts zu tun haben, schlecht ausblenden. Sie werden so von unwichtigen Dingen abgelenkt und arbeiten langsamer.
Stichwort
Der Begriff Multitasking kommt ursprünglich aus dem Computer-Bereich. Er beschreibt die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Diese Fähigkeit wird auf den Menschen übertragen und bedeutet, dass gleichzeitig mehrere Tätigkeiten ausgeführt werden, zum Beispiel während des Telefonierens die E-Mails lesen. |
Was die Wissenschaftler bestätigen, erleben wir tagtäglich und wollen es doch nicht wahrhaben. Wenn wir jedoch bereit sind, zu akzeptieren, dass manches nicht oder nur sehr schlecht gleichzeitig zu erledigen ist, können wir von einer guten Konzentration profitieren. Dies wird sich in den besseren Resultaten und weniger Fehlern niederschlagen.
Doch warum glauben wir, dass wir mehr davon haben, wenn wir die Dinge gleichzeitig erledigen? Die Autoren des Buches "Die Multitasking-Falle" Beate Schneider und Martin Schubert kennen den Grund dafür: "Wir bemerken gar nicht, dass wir tatsächlich Zeit verlieren, sondern empfinden nur das erhöhte Tempo. Zeit erscheint uns umso wertvoller, je bewusster uns ihr Vergehen durch Stress vermittelt wird. In der heutigen Arbeitswelt fühlen wir uns scheinbar leistungsfähiger, wenn die Zeit verfliegt. Und uns wird suggeriert, wir wären leistungsschwach, wenn wir die Zeit verschenken, indem wir die anstehenden Aufgaben nach und nach lösen."
Die wirtschaftlichen Auswirkungen für Unternehmen
Fachleute des amerikanischen Beratungsunternehmens Basex fanden bei einer Befragung unter 1.000 amerikanischen Managern heraus, dass fast ein Drittel der Arbeitszeit durch Unterbrechungen verloren geht. Überträgt man diesen Anteil auf die deutsche Wirtschaft, so ergibt sich ein Verlust von etwa 5,8 Milliarden Arbeitsstunden pro Jahr.
Viele Unterbrechungen und das ständige hin und her, das Wechseln zwischen verschiedenen Aufgaben, sich immer wieder neu hineindenken müssen. Diese Arbeitsweise führt zu hohen Fehlerquoten und ineffizientem Arbeiten. Es entstehen den Unternehmen durch Multitasking sowohl direkte Kosten als auch indirekte Kosten. Denn um die Fehler wieder zu korrigieren, wird erneut Zeit und somit auch Geld benötigt.
Auch die Kosten durch krankheitsbedingte Ausfälle aufgrund von Stress können teilweise dem Multitasking zugeschoben werden. Denn viele Tätigkeiten gleichzeitig zu erledigen und immer wieder unterbrochen zu werden, ist auf Dauer eine extreme Stressbelastung.
Diese Kosten würden nicht anfallen, wenn Multitasking nicht so selbstverständlich wäre. Wir müssen uns der Zeitverluste bewusst sein und üben, die Dinge nacheinander zu erledigen. Das vermittelt uns zwar nicht das Gefühl, dass wir schneller sind, letztendlich sind wir es aber doch.










