Das Bankhaus will die Gewichtung zwischen fixen und variablen Gehaltsanteilen ausgewogener gestalten.
Das Bankhaus will die Gewichtung zwischen fixen und variablen Gehaltsanteilen ausgewogener gestalten.
Foto: ddp

Umstrittene Boni

Deutsche Bank erhöht Fixgehälter

Weltweit wird um Prämien für Banker diskutiert. Großbritannien und Frankreich wollen die Zahlungen gar besonders besteuern. Das größte deutsche Institut setzt nun auf weniger Bonus und mehr Festgehalt - wegen der "Ausgewogenheit".

Die Deutsche Bank erhöht Branchenkreisen zufolge die Grundgehälter ihrer Beschäftigten, kürzt aber gleichzeitig die Bonuszahlungen. Die Gesamtvergütung werde durch das neue System nicht steigen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.



Das "Handelsblatt" berichtete, das Fixgehalt solle kräftig aufgestockt werden. Je nach Position könne es um 30 Prozent oder mehr klettern. In den Kreisen hieß es, der Deutsche-Bank-Vorstand wolle bei der Vorstellung der Bilanz 2009 Anfang Februar Details des neuen Vergütungsmodells präsentieren.

Die Deutsche Bank teilte lediglich mit, sie überarbeite ihr Vergütungskonzept laufend. Ziel dieser Überprüfung sei es, zu einer ausgewogeneren Gewichtung zwischen fixen und variablen Gehaltsanteilen zu gelangen, sagte ein Sprecher der Bank.

Die Commerzbank hatte kürzlich ebenfalls versucht, die Fixgehälter ihrer Vorstände auf 750.000 Euro von 500.000 Euro anzuheben, war damit aber am Widerstand der Bundesregierung gescheitert. Die Commerzbank wird im Gegensatz zur Deutschen Bank von staatlichen Banken-Rettungsfonds Soffin mit Milliarden gestützt. Der Bund hält dadurch gut 25 Prozent an dem Geldhaus.

Die Deutsche Bank setzt damit, wie versprochen, die Vorgaben des Financial Stability Board (FSB) um. In dem FSB sind Notenbanker, Aufseher und Regierungsvertreter der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vertreten. Die Vorgaben sind zwar erst ab diesem Jahr bindend, die deutschen Banken hatten aber zugesagt, sich bereits für die Vergütung 2009 danach zu richten.

Demnach müssen die fixe und die variable Vergütung von Bankmitarbeitern in einem "angemessen Verhältnis zueinander stehen, so dass einerseits zwar keine signifikante Abhängigkeit von einer variablen Vergütung besteht aber andererseits die variable Vergütung einen wirksamen Verhaltensanreiz setzen kann", heißt es in einem Rundschreiben der deutschen Finanzaufsicht BaFin zu dem Thema.

Insbesondere die Fixgehälter von Investmentbankern waren in der Vergangenheit niedrig - die variable Vergütung dafür teilweise exorbitant. Außerdem sind garantierte Bonuszahlungen laut BaFin-Rundschreiben "in der Regel unzulässig". Diese Art der Zahlungen stellt die Deutsche Bank daher nun auch ein.

Viele Banken weltweit bereiten wieder hohe Boni-Ausschüttungen für das abgelaufene Jahr vor - was bei Politikern und Wählern für große Verärgerung sorgt. Großbritannien etwa reagiert mit einer einmaligen Steuer von 50 Prozent auf Prämien von mehr als 25.000 Pfund. Allerdings zeichnet sich ab, dass viele Geldhäuser lieber die Abgabe zahlen, als ihre Bonuspools zu verkleinern. Überzogene Prämien gelten als eine Ursache der Krise und sollen durch neue Regeln unter anderem stärker am langfristigen Erfolg der Bank ausgerichtet und bei Verlusten auch zurückforderbar sein.


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Deutsche BankDE0005140008.DE  Detailinformationen
CommerzbankDE0008032004.DE  Detailinformationen

19.01.2010

Quelle: ftd.de
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