Die Personalberatung Boyden hat 400 Manager zu ihrem Verhalten in der Krise befragt. Das Fazit: Die Führungsriege sieht die Krise als Chance - für sich persönlich wie auch für Veränderungen im Unternehmen. 68 Prozent der Top-Kräfte gaben an, sie würden in schwierigen Zeiten ihren Führungsstil überdenken. Ebenso viele betrachten die Krise als Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln.
Was bedeutet die Krisensituation für Sie persönlich?
A: Ich sehe mich mit in der Verantwortung und überdenke in erster Linie mein Führungsverhalten. Denn jede Krise bietet auch die Chance für eine Neuausrichtung.
B: Ich sehe die Ursache für die Krisensituation in der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage und fühle mich persönlich nicht verantwortlich.
C: Sonstige
D: Ich sehe mich durch evtl. Fehlentscheidungen verantwortlich für die Situation und werde je nach Ausgang die Konsequenzen tragen.
LS/Boyden, 2009
Nicht mehr Kapitän auf der Brücke
"Die Komplexität der Krise hat vielen Managern gezeigt, dass sie die Probleme nicht allein bewältigen können. Das Modell des Kapitäns auf der Brücke, der einsam seine Entscheidungen trifft, hat ausgedient", sagt Rolf Stockburger, Leiter der Boyden-Studie.
Glauben Sie, dass andere Top-Manager ihr Verhalten in der Krise anpassen?
LS/Boyden, 2009
Die Führungskräfte hätten den Anspruch, Krisen früher zu erkennen und die Beschäftigen besser zu wappnen. Besonders müsse die interne und externe Kommunikation verbessert werden, so das Ergebnis der Studie. Die Befragten sehen hier Nachholbedarf - allerdings vor allem bei den Kollegen. Rund 90 Prozent der Befragten geben an, dass sie selbst "immer und unabhängig von Krisensituationen ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter" hätten.
Ihre derzeitige Lage zwingt Sie zu "internen Umstrukturierungen": Wie gehen sie vor?
A (71%): Bevor ich einen Stellenabbau ankündige, prüfe ich zunächst andere Optionen. Ggf. nehme ich auch Gehaltskürzungen in Kauf.
B (31%): Personal ist ein kostenintensiver Faktor und ich nutze die Situation, um meinen Personalstand den mittelsfristigen Gegebenheiten anzupassen.
C (40%): Ich schwöre meine Mitarbeiter auf eine Dürreperiode ein und fordere von jedem höchsten Einsatz für den Erhalt seines Arbeitsplatzes. Für das schnelle Erreichen der neuen Unternehmensziele stelle ich ggf. einen Bonus in Aussicht.
D (19%): In schlechten Zeiten trennt sich die Spreu vom Weizen und man erkennt, wer trotzdem mit vollem Einsatz seine Arbeit erfolgreich umsetzt und loyal dem Unternehmen gegenüber steht. Der Rest ist verzichtbar.
LS/Boyden, 2009
Fremdbild und Sparpotenzial
Weitere Ergebnisse der Boyden-Studie zeigen, wie die Top-Manager die Wahrnehmung und Darstellung in der Öffentlichkeit bewerten. (nebenstehende Grafik)
Außerdem äußerten sich die Führungskräfte zu Jobabbau und Sparpotenzialen in Zeiten der Krise. Mehr Informationen unter: www.boyden.de
Quelle: ftd.de
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