Hauptinvestoren in die Ausbildung ihrer Sprösslinge bleiben die Eltern - 45 Prozent der Studierenden beziehen finanzielle Unterstützung aus der Familie. Hauptsächlich übers Bafög finanzieren lediglich 16 Prozent ihr Studium, so eine repräsentative Studentenumfrage des Dienstleisters univativ aus Darmstadt. Andere Finanzierungsformen wie Stipendien oder Darlehen spielen so gut wie keine Rolle.
Finanzierungsquellen |
|
|---|---|
Eltern |
45 Prozent |
Jobs |
31 Prozent |
Bafög |
16 Prozent |
Sonstige |
8 Prozent |
Auffällig sind die regionalen Unterschiede: In München finanzieren sich 21 Prozent der Studenten komplett über die Zuwendungen der Eltern, in Hamburg sind es nur 17 Prozent. Die Höhe der elterlichen Unterstützung unterscheidet sich ebenfalls deutlich: Deckt sie in München mehr als die halbe Miete ab, hängen Studenten in Hamburg weitaus stärker von Bafög ab. Auch der Anteil von Darlehen, Stipendien und anderen Geldquellen ist in der Hansestadt mit neun Prozent dreimal so hoch wie in München. Deshalb können es sich im Norden deutlich weniger Studenten leisten, auf Studenten- und Aushilfsjobs zu verzichten.
Wer sich für einen Nebenjob entscheidet, hat aber nicht nur die Vergütung im Kopf. Stärker noch motiviert die Studenten, dass sie bereits vor dem Berufseinstieg praktische Erfahrungen sammeln können. Rund 67 Prozent der Befragten geben an, Hauptmotivation für den Studentenjob sei, Praxisluft schnuppern zu können. Die Finanzierung des Lebensunterhalts ist für 61 Prozent der springende Punkt, für jeden Zweiten ist zudem die Vorbereitung auf den Berufseinstieg ein wichtiges Kriterium.
Wer neben dem Studium arbeiten muss, hat im Schnitt pro Jahr 1,5 Jobs. Mehr als die Hälfte arbeitet mindestens fünf Stunden pro Woche während des Semesters. Üblich sind bis zu 20 Stunden. Die Mehrheit gibt jedoch an,Studium und Job nur schwer miteinander verbinden zu können. Dies gilt vor allem für Master-Studenten. In der vorlesungsfreien Zeit nutzen sogar drei Viertel der Studierenden die Gelegenheit, Geld zu verdienen - auch mit deutlich mehr Wochenstunden. Nur 25 Prozent können es sich leisten, in dieser Zeit nicht zu arbeiten.
Bei der Auswahl ihres Jobs sind Studenten wählerisch. Wichtig ist ihnen neben der Vergütung das Arbeitsklima (94 Prozent), außerdem flexible Arbeitszeiten (86 Prozent) und selbständiges Arbeiten (82 Prozent). Auch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und sich weiter qualifizieren zu können (72 Prozent) schätzen viele von ihnen. Weniger wichtig für die Auswahl des Studentenjobs sind das Image der Firma oder deren Produkte sowie die Identifikation mit dem Unternehmen.
Die häufigsten Studentenjobs
- Büro (Sekretariat, Assistenz, Aushilfe)
- Gastronomie
- Wissenschaftliche Hilfskraft (HiWi)
- Nachhilfe-Unterricht
- Einzelhandel
- Produktion
- Promotion-Einsätze
- Programmierer
- Selbstständige Tätigkeit
- Buchhaltung
Besonders häufig arbeiten die Studenten im Büro, in der Gastronomie oder als Hilfskraft an einer Bildungseinrichtung. Der Studie zufolge rückten in den letzten Jahren aber auch Jobs in der Produktion, als Promotion-Kraft und im Handel weiter nach vorn in der Häufigkeitsliste.
Optimistisch sind die Studierenden, was ihre Zukunft betrifft. In fast allen Studienrichtungen sehen die Umfrageteilnehmer gute Karrierechancen. Besonders positiv bewerten Wirtschaftsingenieure ihren Berufseinstieg. Geisteswissenschaftler sind dagegen pessimistischer.
Der Beratungs- und IT-Dienstleister Univativ befragt jährlich Studenten. Im Juni 2010 wurden zusammen mit "Audimax - Das Hochschulmagazin" Daten von mehr als 1000 Studenten an 55 deutschen Universitäten und Hochschulen erhoben und in der repräsentativen Studie "Unicensus" zusammengefasst.
Weitere Informationen unter: www.univativ.com
Quelle: ftd.de
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