Eigentlich ist Karl-Theodor zu Guttenberg an diesem Donnerstagmittag schon gar nicht mehr Minister, als er sich auf dem Appellplatz des Bendlerblocks aufstellt. Zwei Stunden zuvor hat er seine Entlassungsurkunde von Bundespräsident Christian Wulff entgegengenommen. Doch den Soldaten der angetretenen Ehrenformation ist dies egal. "Tag, Soldaten", ruft Guttenberg zur Begrüßung. "Tag, Herr Minister", schallt es über die riesige Freifläche vor dem Ministerium zurück.
Wenige Minuten später taucht der neue Dienstherr Thomas de Maizière zur Amtsübergabe auf. Die beiden singen die Nationalhymne und schreiten die Ehrenformation ab. Zum Schluss stellt Guttenberg seinem Nachfolger die wichtigsten Generäle und Mitarbeiter des Hauses vor. Dann ist es vorbei, Guttenberg ist quasi arbeitslos.
Noch nie ist ein so junger Spitzenpolitiker, dem weit mehr zugetraut wurde, so schnell aus all seinen Jobs und Verpflichtungen ausgestiegen. Spekuliert wird schon jetzt über ein Comeback in der Politik. Aber auch die Wirtschaft müsste sich die Finger lecken, sollte man meinen. Die Financial Times Deutschland hat führende Headhunter befragt - doch die bewerten Guttenbergs Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eher skeptisch.javascript:iw_wizard_doFinish()











