Die Familie versorgen, sicherer Job mit Aufstiegsmöglichkeiten, regelmäßiges Einkommen: Die junge Elite kennt das – von ihren Eltern. Materielle Sicherheit ist für sie ein Fakt, eine ausgezeichnete Bildung die natürliche Grundlage ihres Lebens. Die Nachwuchstalente von heute können sich über andere Dinge Gedanken machen als die Sicherung der Verhältnisse. Für sie zählt heute das Sinnhafte ihrer Arbeit – und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die in der aktuellen Ausgabe von Capital vorgestellt wird. PwC wollte von 100 jungen Managern mit einem durchschnittlichen Alter von 35 Jahren wissen, welche Eigenschaften zukünftig ein gutes Unternehmen haben sollte. Weniger der wirtschaftliche Erfolg spielt für die Talente eine Rolle, dem messen 51 Prozent der Befragten besondere Bedeutung zu, sondern die Orientierung an Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit steht mit 79 Prozent an erster Stelle. Eine hohe Priorität setzen die jungen Führungskräfte auch auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Beruf und Familie oder den Ausbau von sozialen Einrichtungen wie Betriebskindergärten.
Diese Einstellung schließt ebenfalls flexible Arbeitszeiten und –orte ein, wie auch die eigene Flexibilität. PwC fragte die junge Wirtschaftselite, welche Anforderungen an Führungskräfte zukünftig an Bedeutung gewinnen. Flexibel sollte die Führungsriege sein, gaben 79 Prozent an, schließlich müssen sich Unternehmen dynamisch an eine sich beschleunigende Gesellschaft anpassen. Logische Konsequenz aus dieser Aussage: Auch die Lernbereitschaft, sprich, die Fortbildungsbereitschaft nimmt zu (75 Prozent). Führungsstärke spielt zwar ebenso eine Rolle, doch Macht als Mittel zum Aufstieg wollen nur wenige. Nur 31 Prozent gaben an, dass Karrierebewusstsein zukünftig an Bedeutung gewinnen werde.
Vorbilder für soziales Engagement oder eine nachhaltige Unternehmensführung gibt es einige in der Wirtschaft. Bill Gates ist mit seiner Stiftung wohl der bekannteste Vertreter. In Deutschland kämpft Erich Harsch, Chef der Drogeriemarktkette dm, für einen fairen Umgang mit Arbeitnehmern. Doch die von PwC befragten jungen Manager suchen sich ihre Vorbilder in der Politik. 42 Prozent finden besonders in Politikern Personen des öffentlichen Lebens, die mit ihren Charaktereigenschaften beispielgebend für ein gut aufgestelltes Unternehmen stehen könnten. Im Wirtschaftsbereich selbst fallen nur 37 Prozent der Befragten vorbildhafte Personen ein, die von ihnen favorisierte Ideale vertreten.
Quelle: Capital
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