Empfehlen Als E-Mail verschicken Facebook Twitter XING Drucken
15.11.2011
Seite  1 | 2


Foto: dpa
Investor-Artikel

Glanzloser Abgang

Ende der Ära Ackermann

von Karsten Röbisch, Angela Maier

Statt eine Ohrfeige von den Investoren einzustecken, zieht sich der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gleich ganz zurück. Für den Schweizer ist es ein unrühmliches Ende nach einem Jahrzehnt an der Spitze des größten deutschen Geldhauses.

"Wo ist er?" Irritiert blickt der Moderator Montagmorgen auf der Euro Finance Week durch den Saal "Harmonie" im Frankfurter Congress-Center. Eben erst hat er Josef Ackermann angekündigt, einen der "bekanntesten und verdientesten Banker des Landes". Er soll nun eine Rede halten über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Finanzbranche. Doch Ackermann taucht nicht auf. Erst mit einiger Verspätung huscht er durch den Seiteneingang ans Pult, spult seine Rede im Eiltempo ab und verlässt nach nur zwei Nachfragen wieder den Saal. Niemand ahnt, warum Ackermann so gehetzt ist.

Die Aufklärung folgt wenige Stunden später. Am Nachmittag teilte die Deutsche Bank offiziell mit, dass Ackermann auf der nächsten Hauptversammlung im Mai 2012 nicht wie geplant an die Spitze des Aufsichtsrats rücken und stattdessen die Bank verlassen wird. Für das Amt hat der Aufsichtsrat nun Paul Achleitner vorgeschlagen, Vorstandsmitglied beim Versicherungskonzern Allianz.

Damit geht die Ära Ackermann bei der Deutschen Bank nach zehn Jahren unrühmlich zu Ende. Vor wenigen Wochen erst musste er sein Ziel eines Vorsteuergewinns von 10 Mrd. Euro für dieses Jahr kassieren. Der 63-Jährige war 1996 in den Vorstand der Bank gerückt und übernahm 2002 den Posten des Vorstandssprechers von Rolf Breuer. Im kommenden Mai wollte Ackermann Platz machen für Deutschland-Chef Jürgen Fitschen und Investmentbanking-Vorstand Anshu Jain, die künftig als Doppelspitze die Bank leiten sollen. Ob der Schweizer überhaupt so lange bleibt, ist mehr als ungewiss.

Gegen den Wechsel von Ackermann an die Spitze des Aufsichtsrats gab es von Anfang an Kritik. Der Gesetzgeber hat den direkten Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat vor zwei Jahren verboten, nur ein Viertel der Aktionäre kann das Verbot auf einer Hauptversammlung aushebeln. Und ihrer Stimmen konnte sich Ackermann nach Informationen der Capital-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland (FTD) nicht sicher sein. So hat die einflussreiche Stimmrechtsvertretung Institutional Shareholder Services (ISS) signalisiert, dass sie die Ablehnung von Ackermanns Wahl empfehlen werde. Am Vorschlag von ISS orientieren sich viele Großanleger. Wie die FTD zudem erfuhr, hat auch der US-Fonds Blackrock, mit 5,14 Prozent größter Einzelaktionär, schwere Bedenken gegen Ackermanns Wahl.

In der Pressemitteilung der Bank versteckt sich ebenfalls ein Hinweis darauf, dass Ackermann nicht den vollen Rückhalt der größten Anteilseigner hatte. Die herausfordernden Verhältnisse auf den internationalen Finanzmärkten verlangten seine volle Aufmerksamkeit als Bankchef. "Sie lassen keinen Raum für die zur Realisierung des Vorhabens erforderlichen vielen Einzelgespräche mit Aktionären", hieß es. Ackermann selbst äußerte sich am Montag nicht zu seinem Motiv.


Was die Leser sagen

Klaus Dollar
18.11.2011 | 10:52
Ende der Ära Ackermann

Für mich ganz klar, Joe ist in D so oft geärgert worden, Mannesmann / Kirch / Durchsuchungen etc, er geht in seine Heimat und leitet zusammen mit seinem Freund Axel Weber die UBS,
die 2 zusammen, ein Dream Team und TOPP für die UBS.

(Kommentare 1-1 von 1)

Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
Aktualisierte Fassung 2012
PartnerangebotImmobilien suchen in ...