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10.11.2011
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Foto: dpa

Business Schools

Master of Facebook

von Melanie Hofmann

Kein Auswahlverfahren, keine Fristen, keine Studiengebühren: Renommierte Schulen bieten MBA-Kurse über soziale Netzwerke für jedermann an - und erschließen völlig neue Zielgruppen.

Ein Klick auf den Gefällt-mir-Knopf auf der Facebook-Seite des LSBF Global MBA genügt, um sich zu diesem Onlinestudium einzuschreiben. So einfach war das noch nie: kein Auswahlverfahren, keine Fristen, keine Studiengebühren. Denn studieren kann auf Facebook erst mal jeder.

80 Lehrstunden Lernmaterial stehen den Facebook-Studenten der London School of Business and Finance (LSBF) zur Verfügung – einen zeitlichen Rahmen gibt es dafür nicht. "Ein faszinierender Punkt an dem Programm ist, dass die Studenten die Freiheit haben, überall zu studieren, wo es ihnen am besten passt", sagt Elena Kaplun von der LSBF. Mithilfe von Videovorlesungen, Fallstudien und Podiumsdiskussionen, beispielsweise der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte oder dem IT-Spezialisten Accenture, studieren die Teilnehmer vier Hauptfächer: Strategic Planning, Organisational Behaviour, Corporate Finance und Marketing-Management.

Erst wer später die Abschlussprüfung machen will, muss zahlen. Für jedes der acht Module werden rund 1140 Euro veranschlagt – das ist ein bisschen günstiger als das normale MBA-Programm an der LSBF. Da der Facebook-MBA ein vollwertiger akademischer Abschluss ist, müssen die Studenten für die Prüfung formale Zulassungsbedingungen erfüllen: einen Bachelorabschluss und mindestens drei Jahre Praxiserfahrung.

Seit dem Start im November 2010 hat die Seite 94.000 Fans bei Facebook bekommen – etwa 29.000 Studenten nutzen die Plattform im Monat aktiv. Es ist allerdings noch unklar, wie viele Studenten nach dem Studium auch einen Abschluss machen. Zum Konzept des Global MBA gehört es, dass auch Leuten, die nicht für ein Zertifikat bezahlen können oder keines benötigen, qualitativ hochwertige Materialien zur Verfügung gestellt werden.

Das klingt eher nach Marketingtrick denn nach Altruismus. "Wir müssen an die Zukunft denken und uns daran orientieren", sagt Rick Sturge, Business Development Director an der LSBF. Er unterscheidet zwischen einer "alternden alten Welt und einer jugendlichen neuen Welt". Im Kampf um Talente müsse man sich an die Anforderungen der Generation Facebook anpassen. "Es geht nicht darum, stundenlang in einem Klassenzimmer zu lernen", sagt Sturge. Es gehe um Qualifikation. Er sieht den Facebook-MBA auch als Alleinstellungsmerkmal, als Innovation. Zudem schaffe Facebook einen Zugang zu Studenten, "die sonst vielleicht von einem MBA-Programm abgeschreckt wären".

Reine Online-MBA-Studiengänge gibt es in Deutschland bisher nur an Fernunis. Die Euro-FH in Hamburg beispielsweise bietet einen MBA in International Management an. Je nach Vorkenntnissen und Arbeitserfahrung dauert das Fernstudium 14, 18 oder 24 Monate. Es folgt dabei aber einem festen Curriculum.


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