• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Aktien

Weniger Schweden wagen

, Julia Groth

Viele Manager von Nordeuropa-Aktienfonds fokussieren sich auf schwedische Titel. Für deutsche Anleger, die mit den Fonds ihr Portfolio breiter aufstellen wollen, ist das ärgerlich.

Nordeuropa-Fonds eignen sich zur Diversifizierung des Portfolios
Nordeuropa-Fonds eignen sich zur Diversifizierung des Portfolios

Die meisten Deutschen denken bei Nordeuropa zuerst an Schweden. Das bevölkerungsstärkste skandinavische Land hat mit Astrid Lindgren, Ikea und Volvo offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch die meisten Fondsmanager haben in erster Linie Schweden im Fokus, wenn sie im Norden auf Aktienjagd gehen. Die meisten Nordeuropa-Fonds sind de facto eher Schweden-Fonds. Aktien aus Norwegen, Dänemark und Finnland sind in den Portfolios deutlich seltener zu finden als schwedische Titel.

Beispiel „Parvest Equity Nordic Small Cap“: Zu den zehn größten Positionen in dem Fonds, der von der Asset-Management-Tochter der französischen Bank BNP Paribas aufgelegt wurde, gehören gleich acht schwedische Aktien. Der Gummispezialist Hexpol ist dabei, der Sicherheitslösungs-Anbieter Securitas, der Kunststoffkonzern Trelleborg. Aus Dänemark schafften es gerade einmal die Aktien des Kreditinstituts Sydbank und des Pharmaunternehmens Genmab in die Top Ten. In vielen anderen Fonds sieht es ähnlich aus.

Der Fokus auf Schweden ist nachvollziehbar. Die schwedische Volkswirtschaft ist die größte in Nordeuropa. Darüber hinaus ist sie breiter aufgestellt als etwa die Wirtschaft im Nachbarland Norwegen, das vor allem auf Öl und Gas setzt – und derzeit unter dem Ölpreisverfall leidet. Für Anleger ist die Dominanz schwedischer Titel in Nordeuropafonds trotzdem ärgerlich.

Nordeuropa-Titel senken das Verlustrisiko

Kaum ein deutscher Anleger dürfte skandinavische Aktien als Renditebringer nutzen. Dazu sind die nordischen Volkswirtschaften zu etabliert, zu wenig wachstumsstark. Wer sein Portfolio breiter aufstellen will, um das Verlustrisiko zu senken, ist dagegen mit Nordeuropa-Titeln als einem von mehreren Bausteinen gut beraten. Obwohl die nordischen Länder eng mit ihren südlichen Nachbarn zusammenarbeiten, kommen an ihren Finanzmärkten teilweise andere Einflussfaktoren zum Tragen als etwa in Deutschland oder Frankreich.

Damit interessierte Anleger den Diversifizierungseffekt von Nordeuropa-Aktien voll ausnutzen können, sollten sie zu einem Fonds greifen, dessen Manager nicht nur nach Schweden schaut. Unter dieser Prämisse eignet sich zum Beispiel der Fonds „SEB Nordic“ für ein Investment. Aufgelegt hat ihn mit SEB Asset Management ausgerechnet ein schwedischer Anbieter. Im Portfolio finden sich neben schwedischen Aktien, etwa vom Bekleidungskonzern Hennes & Mauritz, auch viele Titel aus Norwegen, Dänemark und Finnland.


Artikel zum Thema
Autor
  • Aktien
Dividenden - wolkige Aussichten

Die Dax-Konzerne dürften 2017 so viel Geld ausschütten wie nie zuvor. Trotzdem sind die Aussichten für Anleger durchwachsen.MEHR

  • Interview
Dividendenakten - Risiko Zinswende

Dividendenexperte Marcus Poppe erklärt, warum die Kurse von Dividendenaktien gesunken sind und für wen sich die Titel jetzt eignen.MEHR

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.