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Warum Investments in Branchen enttäuschen

, Kai Beller

Jene Branchen, die 2015 am besten abschnitten, lieferten Anlegern gerade einmal moderate Renditen. Die Verlierer stürzten umso tiefer ab. Von Julia Groth

Börsenkurse © Getty Images
Mit Branchen-Investments konnte man 2015 im besten Fall wenig gewinnen, im schlechtesten Fall aber viel verlieren

Investmentgesellschaften empfehlen Anlegern gern, in bestimmte Branchen zu investieren. 2016 sehen Fondsmanager zum Beispiel Aktien aus der IT- und aus der Gesundheitsbranche vorn. Ein Blick zurück zeigt, warum es keine gute Idee ist, solchen Empfehlungen zu folgen: Im Jahr 2015 konnten Anleger mit Branchen-Investments keine hohen Renditen erzielen, erlitten mit der falschen Auswahl aber umso höhere Verluste.

Basiskonsumgüter-Aktien aus Industriestaaten schnitten unter den Branchen-Papieren in den vergangenen zwölf Monaten am besten ab, zeigen Daten des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. Unter Basiskonsumgütern versteht man Waren, die zum täglichen Leben benötigt werden, etwa Lebensmittel und Kleidung. Der Aktienindex S&P Developed BMI Consumer Staples legte 2015 (in US-Dollar) um 5,8 Prozent zu. Die maue Performance ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Aktien US-amerikanischer Unternehmen wie Wal-Mart und Procter & Gamble ein großes Gewicht im Index haben und der US-Aktienmarkt vergangenen Monaten teilweise drastische Kursverluste verzeichnete.

kein Grund für Freudensprünge

Bei Health-Care-Aktien aus Industriestaaten sieht es ähnlich aus. Der Index S&P Developed BMI Health Care stieg zwischen Januar und Dezember nur um 4,4 Prozent. Damit liegt die Gesundheitsbranche auf Rang zwei der besten Branchen 2015, liefert Investoren aber keinen Grund für Freudensprünge. Auch in diesem Sektor sind US-Unternehmen stark vertreten. So haben etwa amerikanische Firmen wie Johnson & Johnson und Gilead Sciences ein großes Gewicht im Index. Die Aktien europäischer Pharmakonzerne wie Bayer schwächelten im laufenden Jahr ebenfalls, nach mehreren Jahren starken Kurswachstums.

Sogar die vielgeliebte IT-Branche lieferte 2015 nur durchwachsene Ergebnisse. Der Index S&P Developed BMI Information Technology legte gerade einmal um 4,3 Prozent zu. Index-Schwergewicht Apple hatte zuletzt Probleme: Analysten korrigierten ihre Absatzprognosen für das iPhone nach unten, ebenso ihre Gewinnprognosen für den amerikanischen IT-Riesen. In der Folge sank der Kurs der Apple-Aktie. Auch andere Branchengrößen wie Microsoft und Facebook zeigten sich in den vergangenen Wochen eher schwach und zogen die Gesamtperformance der Branche zum Jahresende nach unten.

Hohe Verluste mit Schwellenländer-Branchen

Auf Rang vier liegen Aktien von Nicht-Basiskonsumgüterproduzenten aus Industriestaaten. Diese Unternehmen stellen Waren bereit, die man im Alltag nicht unbedingt benötigt, zum Beispiel Uhren oder Unterhaltungsmedien. Der Index S&P Developed BMI Consumer Discretionary enthält unter anderem Aktien von Amazon, Disney, Daimler, Starbucks und McDonald’s. Im Jahr 2015 legte er um 3,3 Prozent zu. Danach kommt nicht mehr viel: Auf Rang fünf liegt der Index S&P Developed BMI Telecommunication Services, der 2015 um gerade einmal 0,1 Prozent gestiegen ist.

Die Aktienmärkte vieler Schwellenländer standen im Jahr 2015 unter Druck. Grund: Die Wachstumsschwäche in China und die anstehende Leitzinsanhebung in den USA, die im Dezember dann auch tatsächlich stattfand. Kein Wunder also, dass Branchen-Titel aus Schwellenländern die Verlierer des Jahres waren. Am schlechtesten schnitten Baustoff-Aktien aus Emerging Markets ab. Der Index S&P Emerging BMI Materials gab im ablaufenden Jahr um 28,7 Prozent nach. Versorger-, Energie- und Telekommunikationsaktien aus Schwellenländern bereiteten Anlegern 2015 ebenfalls nicht viel Freude. Unter den Verlierern findet sich auch ein entwickelter Aktienmarkt: Der S&P Developed BMI Energy hat seit Januar um 24,2 Prozent nachgegeben.


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